In der Welt gelernte Tugend
Kann ein Kind durch Sehen, Urteilen und Handeln tugendhaft werden, statt Regeln auswendig zu lernen? Die Antwort entscheidet darüber, ob Bildung eigenständige moralische Akteure hervorbringt oder bloß gehorsame Schüler.
Wollstonecraft verwirft die Vorstellung, Tugend lasse sich einem Kind durch Unterricht eingießen. Mrs Mason führt Mary und Caroline, vierzehn und zwölf Jahre alt, hinaus in die Welt, wo ein Gang zu den Insekten, die sie gequält haben, oder zu einer armen Londoner Familie die Gewohnheiten hinter ihrem Verhalten sichtbar macht. Auf jede Szene folgt das Gespräch: Sie berichtigt Vorurteil und Eitelkeit, ehe sie tröstet, und schult dann Vernunft, Einfühlung und Mitgefühl. Gegen Rousseaus Vorbild lässt sie eine Frau Mädchen lehren, selbst zu urteilen.
- Tugend
- Charakter
- Wohlwollen
- Vernunft
- Mitgefühl
- moralische Entwicklung
- Tierschutz
- Gewohnheit
- Armut
- Erziehung
- Eitelkeit
- Leiden
- Pflicht
- Wahrheit
- Nächstenliebe
- Grausamkeit
- Würde
- Gerechtigkeit
- moralische Erziehung
- Tugendethik
- Trauer
- Moralpsychologie
- Prokrastination
- Religion
- Zorn
- Tierethik
Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Kind gelernt hat, Mitleid mit Leid zu empfinden, aber weiterhin Insekten quält: Was wäre zuerst zu korrigieren?
- Kann ein Gespräch Tugend zur Gewohnheit machen, oder legt die Methode offen, was Unterweisung nicht auszubilden vermocht hat?
- Welche Tröstungen muss ein Mensch verlieren, wenn Tugend damit beginnt, übernommene Vorurteile beiseitezuräumen?
- Wo endet Mitgefühl und wo beginnt Nachsicht, wenn ein Lehrer korrigiert, bevor er tröstet?
- Nachdem ein Kind Armut gesehen hat, wie ließe sich sein Mitleid in Handlungsmacht verwandeln statt in eine vorübergehende Zurschaustellung?