Gehorsam und Eigenwille
Woher kommt die Unruhe eines unruhigen Menschen eigentlich? Eckhart sagt jungen Mönchen: nicht vom Ort, vom Haus oder von der Stimmung, sondern vom eigenen Willen, und der Gehorsam ist der Ausweg.
Eckhart beginnt die Reden mit dem Gehorsam und nennt ihn die Tugend vor allen Tugenden, meint aber nicht, zu tun, was einem gesagt wird. Wer aus seinem eigenen Willen herausgeht, so sein Argument, lässt einen Raum, den Gott füllen muss: Wo jemand nichts für sich will, will Gott für ihn. Novizen, die von einer Klause oder einem strengeren Kloster träumten, hält er entgegen, dass die Not mit ihnen reist, denn sie ist ihr eigener, unbemerkter Wille. Daraus folgt das beste Gebet, das nur bittet, Gott möge geben, was er will.
- Gehorsam
- Wille
- Göttlicher Wille
- Demut
- innerer Frieden
- Vertrauen
- Gebet
- Armut
- Loslösung
Ins Gespräch kommen
- Wo jemand im Gehorsam aus seinem eigenen Willen herausgeht, muss Gott hinein, so Ihr Argument. Warum muss er, statt bloß zu dürfen?
- Jemand glaubt immer wieder, in einem strengeren Kloster, einer Klause oder frommerer Stimmung fände er Frieden. Warum ist gerade dieser Wunsch das Problem?
- Gehorsam gegenüber einem Prior klingt danach, das eigene Gewissen abzugeben. Weshalb nennen Sie ihn die Tugend vor allen Tugenden?
- Jemand könnte ein Königreich, ja die ganze Welt verlassen und doch an sich selbst festhalten. Was hat er Ihnen zufolge dann eigentlich zurückgelassen?
- Paulus redete lange mit Christus und kam nicht weiter, bis er fragte, was Christus von ihm wolle. Wodurch wurde gerade diese Frage zur Wende?