Trost in Verlust und Schmerz
Was lässt sich jemandem ehrlich sagen, der Besitz, Freunde oder Gesundheit verloren hat? Eckhart bietet einen strengen Trost: auf das schauen, was bleibt, und wollen, was Gott will.
Eckhart nennt drei Leiden, den Verlust äußerer Güter, den Verlust von Angehörigen und Freunden und den Schaden an sich selbst durch Schmach, Krankheit und Herzeleid, und er antwortet mit Gründen statt mit Mitgefühl. Wer von hundert Mark vierzig verloren hat, soll sich den sechzig zuwenden, die ihm blieben; ein Kranker mit Ärzten und Freunden soll an die Armen denken, die im Schnee um Brot betteln. Unter dieser Rechnung liegt die These, dass Leid aus dem Anhaften kommt und wer genau will, was Gott will, nichts mehr zu verlieren hat.
- Trost
- Leiden
- Verlust
- Geduld
- Dankbarkeit
- Göttlicher Wille
- Göttliche Vorsehung
- Verlangen
- Opfer
- Wille
Ins Gespräch kommen
- Jemand hat hundert Mark, verliert vierzig und starrt nur auf die vierzig. Warum lenken Sie seinen Blick auf die sechzig, die ihm bleiben?
- Ein Kranker in Schmerzen hat Haus, Ärzte und Freunde am Bett. Wozu stellen Sie ihm die Armen gegenüber, die im Schnee um Brot betteln?
- Seneca, der heidnische Lehrer, nennt es den besten Trost, alles so zu nehmen, als hätte man es sich gewünscht. Kann ein Trauernder das wirklich?
- Jemand ginge gern ein Jahr lang blind, um einen Freund vor dem Tod zu retten. Wieso sollte das einen Verlust um Gottes willen leichter machen?
- Ein Kritiker meint, so harte Lehre gehöre nicht vor Ungelehrte. Weshalb antworten Sie, sonst würde niemals jemand gelehrt?