WerkThomas Reid

A Brief Account of Aristotle's Logic, with Remarks

(dt. etwa: Kurzer Abriss der Logik des Aristoteles, mit Anmerkungen)

Ein hartes Porträt des Aristoteles, ein geduldiger Gang durch seine Syllogismen und ein Urteil zugunsten von Bacons Induktion.

von Thomas Reid85 Passagen vorhanden

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Erstveröffentlichung
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Englisch

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Überblick

1774 brachte der schottische Richter Henry Home, Lord Kames, seine Sketches of the History of Man heraus. Im zweiten Band standen rund siebzig Seiten von Reid, und ihre These lautete: Die Logik des Aristoteles, der man fast zweitausend Jahre lang gefolgt war, habe so gut wie nichts entdeckt. Reid hatte in Glasgow seit 1764 jedes Jahr Logik gelehrt. Er beginnt mit einem harten Porträt des Aristoteles: ein Genie, dem an Ruhm mehr lag als an Wahrheit und das womöglich absichtlich dunkel schrieb. Dann geht er die logischen Schriften der Reihe nach durch, von der Einführung des Porphyrios, eines Kommentators aus dem dritten Jahrhundert, bis zum Syllogismus mit seinen Figuren und Modi. Das eigentliche Argument steht in den Schlussbemerkungen: Der Syllogismus, so Reid, entfalte nur, was in seinen Prämissen schon enthalten sei; er finde nichts Neues und könne mit dem Schließen aus Wahrscheinlichkeiten nichts anfangen, auf dem das meiste Wissen beruht. Er bewundert ihn, wie man die Pyramiden Ägyptens bewundert: als großes Werk menschlichen Genies, doch von geringem Nutzen. Den wirklichen Fortschritt schreibt er Francis Bacon zu; dessen Methode der Induktion habe Laboratorien und Sternwarten hervorgebracht, der Syllogismus nur Streitigkeiten. 2005 erschien der Text neu in der Edinburgh Edition von Reids Werken, im selben Band wie die Notizen zu seinen Logikvorlesungen.

Schlüsselbegriffe

Was sind die fünf Prädikabilien des Porphyrios?

Gattung, Art, Unterschied, Eigentümlichkeit und Akzidens: die fünf Weisen, wie etwas von einem Subjekt ausgesagt werden kann. Porphyrios stellte sie in seiner Einleitung zu den Kategorien des Aristoteles auf, weil sich die Kategorien ohne sie nicht verstehen ließen. Reid berichtet, dass er jeder Übereinstimmung und jedem Unterschied zwischen den fünf ausführlich nachgeht, und behandelt das Schema als Hilfe für Einteilung und Definition, nicht für Entdeckungen.

Was sind Figuren und Modi des Syllogismus?

Die Bauweisen eines kategorischen Syllogismus. Die Figur hängt davon ab, wo der Mittelbegriff, den beide Prämissen teilen, jeweils steht: als Subjekt oder als Prädikat. Der Modus hängt davon ab, ob jeder Satz allgemein oder partikulär, bejahend oder verneinend ist. Aristoteles ermittelte, welche Verbindungen einen gültigen Schluss ergeben, und Reid folgt der ersten Analytik durch Umkehrung, Figuren und Modi, bevor er beurteilt, was das Ganze leistet.

Warum kann der Syllogismus nach Reid das Wissen nicht voranbringen?

Weil ein gültiger Schluss schon in seinen Prämissen enthalten ist: Der Syllogismus kann Bekanntes geordnet darlegen, aber nichts Neues finden. Auch über das wahrscheinliche Schließen, auf dem das meiste Wissen beruht, hat er keine Macht. Reid hält den kategorischen Syllogismus darum eher für scholastische Streitereien geeignet als für einen wirklichen Fortschritt des Wissens und ehrt ihn doch als große Leistung des menschlichen Geistes.

Was unterscheidet die Definition eines Wortes von der Definition eines Dinges?

Die Logiker nannten die erste ein Amt des Lexikographen und die zweite das große Werk des Philosophen: das Wesen eines Dinges durch Gattung und artbildenden Unterschied zu erklären. Reid kehrt die Rangfolge um. Von den Werken Gottes sehen wir nur die Außenseite, ihr wirkliches Wesen lässt sich also nicht definieren; definieren lässt sich die Bedeutung eines Wortes, und wer das gut tut, räumt, wie Locke zeigte, viel Verwirrung aus der Philosophie.

Was sind Bacons Idole des Verstandes?

Die Vorurteile oder Neigungen des Geistes, die falsche Urteile verursachen und die Francis Bacon, wie Reid meint, als Erster in ein System brachte. Einige spätere Logiker hatten sie in ihre Lehrbücher aufgenommen; Reid will sie ausführlicher behandelt und an wirklichen Beispielen erläutert sehen. Er stellt dies neben die Methode der Induktion unter Bacons Gaben an die Logik.

Themen des Buches

Worauf dieses Buch immer wieder zurückkommt, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Textes jedes einnimmt.

Was der Syllogismus nicht finden kann

Kann eine Kunst des Schließens, die nur entfaltet, was ihre Prämissen schon enthalten, irgendwem etwas Neues beibringen? Die Bemerkungen verneinen es und zollen dem Syllogismus die Bewunderung, die den Pyramiden gebührt.

Reid folgt den Analytiken geduldig durch Umkehrung, Figuren und Modi, doch sein Urteil lautet, der kategorische Syllogismus tauge besser für scholastische Streitereien als für einen wirklichen Fortschritt des Wissens. Seine Schlüsse liegen in seinen Prämissen, und über das wahrscheinliche Schließen, auf dem das meiste Wissen beruht, hat er keine Macht. Die modische Verachtung, die auf Jahrhunderte übermäßiger Bewunderung folgte, lehnt Reid dennoch ab. Prädikamente, Prädikabilien und Schlussregeln sind ungewöhnliche Leistungen menschlichen Geistes, als Altertümer zu verehren, so wie die Pyramiden Ägyptens und die Chinesische Mauer verehrt werden, obwohl sie als nutzlose Lasten auf der Erde gelten.

  • Logik
  • Syllogismus
  • syllogistisches Schließen
  • Schlussfolgern
  • aristotelische Logik
  • Propositionen
  • Umkehrung von Urteilen
  • Geltung
  • Beweisführung
  • Demonstration
  • Fehlschlüsse
  • Argumentation
  • Dialektik

Gattung, Kategorie und Definition

Erklärt eine Definition, was ein Ding ist, oder nur, was ein Wort bedeutet? Die Darstellung von Porphyrios und den Kategorien endet auf Lockes Seite, bei den Wörtern, gegen die Wesenheiten des Aristoteles.

Die fünf Wörter des Porphyrios, Gattung, Art, Unterschied, Eigentümlichkeit und Akzidens, und die Kategorien des Aristoteles sollten alles ordnen, was sich aussagen lässt. Reid gesteht dem Schema einigen Nutzen für die Einteilung zu, nicht aber seinen Anspruch. Eine Definition im Sinne des Aristoteles erklärt das Wesen eines Dings durch Gattung und artbildenden Unterschied; doch von den Werken Gottes sehen wir nur die Außenseite, ihr wirkliches Wesen lässt sich also nicht definieren, und jede Definition muss in Wörtern enden, die keiner bedürfen. Übrig bleibt die Definition von Wörtern, die die Logiker den Lexikographen überließen, und hier überzeugen Lockes Grundsätze über Definition und Wortmissbrauch.

  • Klassifikation
  • Definition
  • Prädikation
  • Kategorien
  • Universalien
  • Sprache

Bacons Induktion und erste Grundsätze

Wenn der Syllogismus das Wissen nicht voranbringt, wozu taugt eine Logik dann noch? Der Schlussteil verweist auf Bacons Induktion, auf die Trennung erster Grundsätze vom Beweisbedürftigen und auf die Schulung des Urteils.

Nach zweitausend Jahren Syllogismen, schreibt Reid, schlug Bacon die Induktion vor, und Newton hatte ihre Regeln in den Principia und der Optik stets vor Augen. Bacon brachte auch als Erster die Idole, die Vorurteile hinter falschen Urteilen, in ein System. Jede Wissenschaft bleibt ungeformt, bis ihre ersten Grundsätze vom Beweisbedürftigen geschieden sind; die Alten setzten zu viele voraus, und Descartes wollte die Verlässlichkeit seiner Vermögen mit eben diesen Vermögen beweisen. Logik, fügt Reid hinzu, wird zu früh gelehrt, wie ein Glaubensbekenntnis, und die meisten Menschen bleiben zeitlebens Kinder im Verstehen, mitgetragen von einem Anführer, einer Partei oder der Menge.

  • Induktion
  • Wissenschaftliche Methode
  • Erste Prinzipien
  • Methode
  • Erkenntnistheorie
  • Wahrheit
  • Erziehung
  • Philosophiegeschichte
  • Geschichte der Logik
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In diesem Werk

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137
nach vorhandenen Passagen, korpusweit
Nr. 543

Was dieses Buch zusammen denkt

Das Rad nimmt die führenden Begriffe dieses Buches und zeigt, wie oft sie gemeinsam zur Sprache kommen. Je breiter das Band zwischen zweien, desto mehr seiner Passagen sprechen von beiden. Unter ihnen am häufigsten zusammen: „Logik“ und „Syllogismus“.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 8 Konzepte, verbunden durch 15 Paarungen. 88 Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
LogikSyllogismus12
LogikSchlussfolgern6
KlassifikationLogik5
KlassifikationPrädikation4
LogikPrädikation4
Logiksyllogistisches Schließen4
DefinitionSprache3
DefinitionKlassifikation2
DefinitionLogik2
DefinitionPrädikation2
SchlussfolgernSyllogismus2
KlassifikationSyllogismus1
LogikSprache1
SchlussfolgernSprache1
SpracheSyllogismus1

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  1. 1748 An Essay on Quantity

    Ein sechzehnseitiger Aufsatz, erschienen sechzehn Jahre vor Reids erstem Buch, Untersuchung über den menschlichen Geist, nach den Grundsätzen des gemeinen Menschenverstandes.

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  2. 1764 Untersuchung über den menschlichen Geist, nach den Grundsätzen des gemeinen Menschenverstandes (An Inquiry into the Human Mind on the Principles of Common Sense)

    Reids erstes Buch legt knapp dar, was seine beiden späteren Essays-Bände ausführlich gegen die Ideentheorie vorbringen.

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  3. 1774 A Brief Account of Aristotle's Logic, with Remarks du bist hier EN
  4. 1785 Essays on the Intellectual Powers of Man

    Viele Forscher halten es heute für Reids bedeutendstes Buch: Hier entfaltet er seine Erkenntnistheorie vollständig.

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  5. 1788 Essays on the Active Powers of Man

    Reids letztes Buch und das Gegenstück zu den Intellectual Powers: Es wendet sich vom Erkennen dem Handeln zu.

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