Wahrnehmung ohne Zwischenglied
Wer den Mond sieht, nimmt der den Mond wahr oder ein Bild von ihm im Geist? Das Buch ergreift Partei für den Mond, gegen eine Reihe von Philosophen von Descartes bis Hume.
Wahrnehmung umfasst für Reid dreierlei: eine Vorstellung vom Gegenstand, die feste Überzeugung, dass er gegenwärtig existiert, und dass diese Überzeugung unmittelbar eintritt, nicht als Schluss eines Arguments. Nichts steht dazwischen. Die Ideen, die Descartes, Locke, Berkeley und Hume als einzige Gegenstände in den Geist setzten, sind für ihn eine Erfindung der Philosophen, die keine Selbstbeobachtung je antrifft. Einmal zugelassen, führt kein Weg an ihnen vorbei, denn aus bloßen Bildern führt kein Argument zu einer Welt; darum musste Descartes beweisen, dass es Materie gibt, und Berkeley konnte es bestreiten. Schlichte Leute bezweifelten nie, dass die Sonne, die sie sehen, die Sonne ist.
- Wahrnehmung
- Empfindung
- Außenwelt
- Ideen
- Philosophie des Geistes
Ins Gespräch kommen
- Ein Ruder sieht im Wasser geknickt aus, ein viereckiger Turm von weitem rund. Zeigen solche Täuschungen nicht, dass der Geist nur seine eigenen Bilder sieht?
- Wer von großem Reichtum träumt, findet keinen Pfennig in der Tasche. Wenn sich Traum und Wirklichkeit nur durch Lebhaftigkeit unterscheiden, wie Hume meinte, worin besteht dann der Unterschied?
- Eine Empfindung haben und einen Gegenstand wahrnehmen geschieht im selben Augenblick. Was macht daraus zwei Akte statt einem?
- Wenn am Horizont ein Schiff zu erscheinen beginnt, zweifelt man, ob man es überhaupt sieht, und dann verschwindet jeder Zweifel. Was hat sich geändert?