Empfindungen als Zeichen, nicht als Bilder
Was hat das Gefühl von Härte mit dem harten Tisch gemein, von dem es berichtet? Gar nichts, antwortet das Buch, und eben darum kann Wahrnehmung keine Sache von Abbildern sein.
Die Ideenlehre setzte voraus, dass eine Empfindung ihrem Gegenstand gleicht, sodass mit dem Bild auch das Ding erkannt wäre. Reid findet nirgends eine solche Ähnlichkeit: Der Duft einer Rose ist ein Gefühl im Geist, und ein Gefühl kann nur einem anderen Gefühl gleichen. Die Natur hat die Empfindungen stattdessen zu Zeichen gemacht, wie ein Wort Zeichen seiner Bedeutung ist; kraft unserer Verfassung legen sie eine Eigenschaft nahe und den Glauben, dass sie da ist. Er nennt das eine natürliche Sprache und hält dafür, dass sich die Menschen nie auf eine künstliche hätten einigen können, ohne zuvor Mienen, Tonfall und Gesten zu verstehen, die niemand lehrt.
- Wahrnehmung
- Empfindung
- Zeichen
- natürliche Zeichen
- Sprache
- Sekundäre Qualitäten
- Geist
- Geist-Körper-Problem
Ins Gespräch kommen
- Jemand liest Zorn im Gesicht eines Fremden, bevor ein Wort gefallen ist. Was hat er verstanden, wenn ihm dieses Zeichen nie jemand beigebracht hat?
- Descartes, Locke und Berkeley hielten allesamt Ideen für die einzigen Gegenstände des Geistes. Was berechtigt Sie, eine Annahme beiseitezulegen, die jeder von ihnen teilte?
- Der Schmerz der Gicht kann einem Quadrat so wenig gleichen wie eine gefühlte Wärme der Hitze im Feuer. Warum nahmen Philosophen je an, Empfindungen bildeten Dinge ab?
- Wer auf einen Tisch drückt, spürt etwas, das nichts am Tisch gleicht, und glaubt doch sofort, er sei hart. Was verbindet das Gefühl mit dem Glauben?
- Beim Greifen eines Werkzeugs spürt kaum jemand das Gefühl in der Hand, nur das Werkzeug. Warum springt der Geist so rasch vom Zeichen zur bezeichneten Sache?