Das Teufelskind und die alten Frauen
Warum zieht ein Kind, das es nie gab, alte Frauen quer durch eine Stadt? Addams entdeckt in dem Gerücht eine Geschichte, die sie brauchen konnten, und in ihren Erzählungen, wie die Erinnerung ein hartes Leben erträglich macht.
Sechs Wochen lang verlangten Besucher das Teufelskind, geboren, so hieß es, einem Mann, der ein Heiligenbild von der Wand riss oder die Geburt einer siebten Tochter verwünschte. Alte Frauen schätzten die Geschichte als Warnung, die man Ehemännern und Vätern vorhalten konnte, und Addams erinnert an die Theorie, Frauen hätten die ersten Märchen geformt, um ihre Männer zu zähmen, weil sie der Rohheit nur Worte entgegenzusetzen hatten. Außerdem brachte sie die Frauen zum Reden. Eine hatte gesehen, wie der Vater die Mutter tötete, eine andere verlor zwei Söhne bei einer Explosion, und sie erzählten es ohne Bitterkeit. Die Erinnerung, schließt Addams mit Euripides, hatte ihr Werk an ihnen getan.
- Gedächtnis
- Erzählen
- Folklore
- Alterung
- Leiden
- Armut
- Religion
- Gender
- Familienbeziehungen
Ins Gespräch kommen
- Ein Vater von sechs Töchtern will lieber einen Teufel als ein siebtes Mädchen, und das Teufelskind kommt zur Welt. Warum war alten Frauen diese Geschichte so kostbar?
- Frauen hätten die Märchen erfunden, um ihre Männer zu zähmen, als Worte ihre einzige Waffe waren, vermuten Sie. Was vermag eine Geschichte, das eine Klage nicht vermag?
- Eine verkrüppelte Alte entkommt mit zehn geliehenen Cent dem Armenhaus, um das Teufelskind zu sehen, und Sie zögern, ihr zu sagen, dass es keines gibt. Weshalb?
- Eine Mutter, die ihr eigener Sohn schlägt, sagt, das Hässliche sei ihm angeboren wie dem Teufelskind seine Male. Was gibt ihr die Legende?
- Als Reformerin vertrauen Sie den Tatsachen und schreiben doch voller Zuneigung über einen Aberglauben vom Teufelskind. Was ist wahr an einer Geschichte, die falsch ist?