Kein Selbst, und doch tragen Taten Frucht
Nāgasena bestreitet jedes bleibende Selbst und hält doch daran fest, dass jede Tat zu dem zurückkehrt, der sie erbt. Wie beides zugleich wahr sein kann, ist die Frage, und er beantwortet sie in Bildern, die ein König nachprüfen kann.
Der Einwand des Königs liegt nahe: Wenn niemand fortbesteht, wird niemand wiedergeboren und niemand verdient Tadel. Nāgasena beantwortet ihn, ohne eine Seele zuzugestehen. Ein Leben läuft als Vorgang weiter, jede Stufe aus der vorigen hervorgehend, und was es weiterträgt, ist kein Selbst, sondern Begehren, sodass wer ohne Begehren stirbt, nicht wieder geboren wird. Weil die spätere Stufe aus der früheren kommt, kommen deren Taten mit, und weil Taten verschieden sind, sind es auch die Geburten, wie Pflanzen nach ihrem Samen verschieden sind.
- Karma
- Reinkarnation
- Verursachung
- moralische Verantwortung
- Tod
- Vergänglichkeit
- Analogie
- Wissen
Ins Gespräch kommen
- Säße ein Selbst in uns und blickte durch die Sinne wie durch Fenster, warum könnte es dann nicht durch das Ohr sehen oder durch das Auge hören?
- Manche werden kränklich geboren, andere gesund, manche arm, andere reich. Warum antworten Sie dem König mit Pflanzen, die verschieden schmecken, weil ihr Same verschieden ist?
- Einer stirbt und wird im höchsten Himmel wiedergeboren, ein anderer im nahen Kaschmir. Warum kommen beide im selben Augenblick an?
- Wenn Schmerz die Frucht früherer Taten ist, weshalb blutete der Buddha, frei von allem Bösen, dennoch an einem Felssplitter?
- Auf die härtesten Fragen antworten Sie fast immer mit einem Vergleich aus Feld, Küche oder Schlacht. Warum sollte ein Vergleich überzeugen, wo eine Definition es nicht täte?