WerkPaul the Apostle

Die Briefe an die Korinther

Zwei Briefe an eine zerstrittene Gemeinde in einer griechischen Handelsstadt: über die Liebe, über die Auferstehung und gegen die Rivalen des Paulus.

von Paul the Apostle59 Passagen vorhanden

  • Englisch, eine hier vorhandene Übersetzung
Originaltitel
Πρὸς Κορινθίους Α΄ · Πρὸς Κορινθίους Β΄
Erstveröffentlichung
(mit 50 Jahren)
Originalsprache
Griechisch

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Überblick

In Ephesus erfuhr Paulus von Leuten aus dem Haus der Chloë, dass die Gemeinde, die er in Korinth gegründet hatte, in Parteien zerfiel: Die einen sagten, sie gehörten zu Paulus, andere zu Apollos, einem begabten Prediger, der nach ihm dort gelehrt hatte, wieder andere zu Kephas, also Petrus. Dazu kam ein Brief aus Korinth mit Fragen zur Ehe, zum Götzenopferfleisch und zu den Gaben des Geistes. Diese Seite enthält die beiden erhaltenen Antworten des Paulus. Der erste Korintherbrief, um 54 in Ephesus verfasst, antwortet Punkt für Punkt. Sein Grundgedanke: Die Botschaft von einem gekreuzigten Messias erscheint Griechen, die Weisheit suchen, als Torheit und Juden, die Zeichen fordern, als Ärgernis – und gerade diese Torheit ist Gottes Weisheit. Wer sich seines Lehrers, seines Wissens oder seiner Geistesgaben rühmt, verfehlt die Sache. Aus diesem Gedanken erwachsen das 13. Kapitel über agápē, die Liebe, die nicht das Ihre sucht, und das 15. Kapitel gegen Gemeindeglieder, die sagten, es gebe keine Auferstehung der Toten. Dieses Kapitel überliefert eine ältere Formel, die aufzählt, wem der auferstandene Jesus erschienen ist. Der zweite Korintherbrief, vielleicht ein Jahr später aus Makedonien geschickt, folgte auf einen schmerzlichen Besuch und auf einen Brief, den Paulus nach eigenen Worten unter Tränen schrieb. Er beginnt mit Versöhnung, bittet um das Geld, das Paulus für die Armen der Jerusalemer Gemeinde sammelte, und endet in den Kapiteln 10 bis 13 mit einer heftigen Verteidigung gegen rivalisierende Missionare. Sie waren Hebräer, kamen mit Empfehlungsschreiben und sagten, seine Briefe seien gewichtig, sein persönliches Auftreten aber schwach und seine Rede verächtlich; Paulus nennt sie ironisch Apostel über alle Maßen. Wer diese „Überapostel“ waren, hat die Forschung nie geklärt. Paulus antwortet, indem er sich seiner Schiffbrüche, der erlittenen Prügel und eines Pfahls im Fleisch rühmt: Die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Nebenbei zeigen die Briefe den gewöhnlichen Ärger einer Gemeinde: Prozesse zwischen Mitgliedern, ein Mann, der mit der Frau seines Vaters lebt, reiche Mitglieder, die schon essen, bevor die Armen zum gemeinsamen Mahl kommen. Der jähe Wechsel im Ton lässt viele Forschende vermuten, dass der zweite Brief Stücke aus mehr als einem Brief zusammenfügt. Der erste wiederum erwähnt einen früheren Brief, der verloren ist. Der Text hier ist die englische King James Version von 1611, aus dem Griechischen übersetzt; die Verszählung ist entfernt, die Kapitel sind erhalten.

Schlüsselbegriffe

Was ist agápē, die Liebe im ersten Korintherbrief?

Agápē ist das griechische Wort, das Paulus für eine Liebe gebraucht, die schenkt statt begehrt; die King-James-Bibel gibt es mit „charity“ wieder. Sie ist weder Verlangen noch gewöhnliche Freundschaft: Sie ist langmütig und freundlich, neidet nicht und sucht nicht das Ihre. Paulus beschreibt sie fast nur durch das, was sie tut und unterlässt; sie ist darum weniger ein Gefühl als eine Art, mit Menschen umzugehen.

Was sind die „Gaben des Geistes“ in den Korintherbriefen?

Fähigkeiten, die nach Paulus der eine Geist an verschiedene Gläubige verteilt: Weisheit, Heilung, Prophetie, Zungenrede und ihre Auslegung, die Unterscheidung der Geister. Sein Punkt: Sie sind zum Nutzen aller gegeben, zum Wohl der ganzen Gemeinde, nicht als Rangabzeichen. Darum ordnet er sie danach, wie sehr sie andere aufbauen, und stellt unerklärte Zungenrede weit nach unten.

Was ist das „Herrenmahl“?

Das gemeinsame Mahl, bei dem die Gläubigen wiederholen, was Jesus in der Nacht tat, in der er verraten wurde: Er brach das Brot als „meinen Leib“ und reichte den Kelch als „den neuen Bund in meinem Blut“, zu seinem Gedächtnis. Paulus gibt das als empfangene Überlieferung weiter. Indem die Gläubigen miteinander essen und trinken, sagt er, verkündigen sie des Herrn Tod, bis er kommt; das Mahl ist also Verkündigung und Gedächtnis zugleich.

Was meint Paulus mit einem „geistlichen Leib“?

Den Leib der Auferstehung: immer noch ein Leib, aber verwandelt, nicht mehr der Verwesung unterworfen. Paulus setzt ihn gegen den „natürlichen Leib“, den wir jetzt haben und der vom ersten Adam stammt, aus Erde gemacht; der auferweckte Leib ist nach Christus gebildet, dem „letzten Adam“. Er besteht auf dem Unterschied: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben, die Toten kehren also nicht einfach zurück, wie sie waren.

Was ist der „Dienst der Versöhnung“?

Paulus' Name im zweiten Korintherbrief für den Auftrag, den er erhalten hat: zu verkünden, dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Übertretungen nicht anrechnete. Versöhnung heißt, dass aus Feinden Freunde werden, und Gott tut den ersten Schritt. Paulus nennt sich und seine Helfer „Botschafter an Christi statt“, die in Gottes Namen bitten; so versteht er seine Autorität über die Gemeinde.

Themen des Buches

Worauf dieses Buch immer wieder zurückkommt, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Textes jedes einnimmt.

Die Torheit des Kreuzes

Was wird aus Weisheit, Beredsamkeit und der Treue zum Lieblingslehrer, wenn Gottes Botschaft ein Gekreuzigter ist? Paulus stellt die Bewunderung der Korinther für kluge Rede auf den Kopf.

Die Gläubigen in Korinth zerfielen in Parteien, die einen hielten zu Paulus, andere zum Prediger Apollos, wieder andere zu Petrus. Paulus antwortet: Ein gekreuzigter Messias ist den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit, und diese Torheit ist weiser als die Menschen. Gott erwählte das Schwache und Geringe, nicht viele Weise und Vornehme, damit sich niemand rühme. Paulus kam ohne glänzende Rede; er pflanzte, Apollos begoss, Gott gab das Gedeihen. Lehrer sind Diener, und eine Gemeinde, die sie gegeneinander ausspielt, lebt noch von Milch.

  • Rhetorik
  • Wissen
  • Demut
  • Führung
  • Einheit
  • Glauben

Ein Leib, viele Glieder, und die Größte unter ihnen

Wie können Menschen mit ungleichen Gaben, Einkommen und Ansehen eine einzige Gemeinschaft bilden? Paulus antwortet mit dem Bild eines Leibes und mit einer Liebe, die über jeder Gabe steht.

In Korinth aßen die Reichen ihr eigenes Mahl, während die Armen hungerten, und wer in ekstatischen Zungen redete, sah auf die anderen herab. Paulus antwortet mit dem Leib: Der Fuß gehört nicht weniger dazu, nur weil er keine Hand ist, und gerade die schwächeren Glieder sind die nötigsten. Jede Gabe kommt von dem einen Geist zum Nutzen aller, und der Gottesdienst soll andere aufbauen; darum wiegen fünf verständliche Worte mehr als zehntausend in Zungen. Über allem steht die Liebe, langmütig und freundlich, die nicht das Ihre sucht und niemals aufhört.

  • Gemeinschaft
  • Geistesgaben
  • Liebe
  • Nächstenliebe
  • religiöse Praxis
  • Gleichheit
  • Ordnung
  • Gender
  • Dienst

Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten

Wenn die Gläubigen frei sind, was bindet sie dann noch in Sexualität, Ehe, Speise und vor Gericht? Paulus übernimmt die Parole der Freiheit und fragt dann, was sie dem Leib und dem Nächsten antut.

Manche in Korinth sagten „Alles ist mir erlaubt“ und folgerten, was der Leib tue, sei gleichgültig. Paulus stimmt zu und schränkt ein: Nicht alles nützt, und der Leib ist ein Tempel des Geistes, teuer erkauft. Er verurteilt einen Mann, der mit der Frau seines Vaters lebt, und Gläubige, die einander vor fremden Richtern verklagen. Er zieht die Ehelosigkeit vor und sagt doch, es sei besser zu heiraten, als vor Begierde zu brennen. Beim Götzenopferfleisch räumt er ein, dass ein Götze nichts ist, und bittet die Wissenden dennoch, auf ein schwaches Gewissen Rücksicht zu nehmen.

  • Freiheit
  • Sexualethik
  • Ehe
  • Zölibat
  • Heiligkeit
  • Verkörperung

Die Auferstehung des Leibes

Manche in Korinth sagten, die Toten stünden nicht auf. Paulus antwortet, dass alles daran hängt, und versucht zu sagen, was für ein Leib auferweckt werden könnte.

Paulus gibt eine ältere Formel weiter: Christus starb, wurde begraben, stand auf und erschien Petrus, den Zwölf, fünfhundert Brüdern auf einmal und zuletzt Paulus selbst. Stehen die Toten nicht auf, so ist Christus nicht auferweckt, der Glaube vergeblich, und man könnte ebenso gut essen und trinken, denn morgen ist man tot. Der auferweckte Leib verhält sich zum jetzigen wie die Pflanze zum Samenkorn, das in die Erde gesät wird: gesät ein natürlicher Leib, auferweckt ein geistlicher. Das Kapitel endet mit dem Hohn auf den Tod: Wo ist dein Stachel?

  • Auferstehung
  • Tod
  • Vertrauen
  • Gnade

Kraft, die in der Schwachheit mächtig ist

Wie beweist ein Apostel sich gegen glänzende Rivalen? Im zweiten Brief rühmt Paulus sich, nach eigenem Wort wie ein Narr, und nur dessen, was ihn schwach zeigt.

Rivalisierende Missionare kamen mit Empfehlungsbriefen und sagten, Paulus' Briefe seien gewichtig, sein Auftreten aber schwach. Paulus verweigert ihren Maßstab. Er trägt den Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Kraft sichtbar Gottes ist, und seine Zeugnisse sind Schläge, Schiffbrüche und die Flucht in einem Korb, an der Stadtmauer hinabgelassen. Dreimal bat er, vom Pfahl im Fleisch befreit zu werden, und hörte, die Kraft vollende sich in der Schwachheit. Derselbe Brief bittet, ohne zu befehlen, um eine fröhliche Gabe für die Armen in Jerusalem.

  • Leiden
  • Autorität
  • Religiöse Autorität
  • Integrität
  • Großzügigkeit

In diesem Werk

Passagen vorhanden
59
eigenständige Begriffe
162
nach vorhandenen Passagen, korpusweit
Nr. 629

Was dieses Buch zusammen denkt

Das Rad nimmt die führenden Begriffe dieses Buches und zeigt, wie oft sie gemeinsam zur Sprache kommen. Je breiter das Band zwischen zweien, desto mehr seiner Passagen sprechen von beiden. Unter ihnen am häufigsten zusammen: „Gemeinschaft“ und „religiöse Praxis“.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 8 Konzepte, verbunden durch 18 Paarungen. 40 Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
Gemeinschaftreligiöse Praxis5
DemutLeiden3
GemeinschaftNächstenliebe3
DemutFührung2
FührungLeiden2
DemutGemeinschaft1
FührungGemeinschaft1
FührungGlauben1
FührungLiebe1
FührungNächstenliebe1
Führungreligiöse Praxis1
GemeinschaftLeiden1
GemeinschaftLiebe1
GlaubenLeiden1
GlaubenLiebe1
Glaubenreligiöse Praxis1
LiebeNächstenliebe1
Nächstenliebereligiöse Praxis1

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  2. 53 Der Brief an die Galater (Πρὸς Γαλάτας)

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