WerkPaul the Apostle

Die Briefe an die Thessalonicher

Einer der frühesten erhaltenen christlichen Briefe: Trost für eine Gemeinde, deren Mitglieder vor der Wiederkunft des Herrn gestorben waren – dazu eine umstrittene Fortsetzung.

von Paul the Apostle12 Passagen vorhanden

  • Englisch, eine hier vorhandene Übersetzung
Originaltitel
Πρὸς Θεσσαλονικεῖς Α΄ · Πρὸς Θεσσαλονικεῖς Β΄
Erstveröffentlichung
(mit 46 Jahren)
Originalsprache
Griechisch

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Überblick

Zu den frühesten erhaltenen christlichen Schriften überhaupt gehört ein kurzer Brief, den Paulus zusammen mit seinen Mitarbeitern Silvanus und Timotheus um 50 aus Korinth an die Gemeinde schickte, die er kurz zuvor in Thessalonich, der Hauptstadt Makedoniens, gegründet hatte. Diese Seite enthält ihn zusammen mit einem zweiten Brief an dieselbe Gemeinde, der unter dem Namen des Paulus steht. Paulus hatte Thessalonich vorzeitig verlassen müssen; von Athen aus schickte er Timotheus zurück, und dieser kam mit guten Nachrichten und einer Sorge wieder. Einige Mitglieder waren gestorben, und die Übrigen trauerten, als würden ihre Toten die Wiederkunft des Herrn verpassen. Der erste Thessalonicherbrief antwortet: Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen, und die Lebenden werden mit ihnen entrückt; der Tag wird kommen wie ein Dieb in der Nacht, zu einer Stunde, die niemand kennt; bis dahin sollen die Gläubigen ein stilles Leben führen und mit den eigenen Händen arbeiten. Der zweite Thessalonicherbrief hat das umgekehrte Problem: Manche behaupteten, der Tag des Herrn sei schon da, und beriefen sich dafür sogar auf einen angeblichen Brief des Paulus. Er antwortet, zuerst müsse ein Abfall kommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbar werden, den vorerst eine aufhaltende Macht zurückhält, die der Brief nicht beim Namen nennt. Außerdem bestimmt er, wer nicht arbeiten wolle, solle auch nicht essen – ein Satz, den Lenin später zur sowjetischen Losung machte. Die Überlieferung hält diesen zweiten Brief für ein Werk des Paulus, kurz nach dem ersten geschrieben. Viele Forschende meinen, ein Anhänger habe ihn nach seinem Tod in seinem Namen verfasst, vielleicht zwischen 80 und 115: Der Wortlaut lehnt sich eng an den ersten Brief an, doch wo dieser ein plötzliches Kommen erwartet, rechnet der zweite vor dem Ende mit einer Abfolge von Zeichen, und sein Stil ist steifer und förmlicher. Andere verteidigen die paulinische Verfasserschaft. Der Text hier ist die englische King James Version von 1611, aus dem Griechischen übersetzt; die Verszählung ist entfernt, die Kapitel sind erhalten.

Schlüsselbegriffe

Was ist der „Tag des Herrn“ in diesen Briefen?

Der Tag, an dem der Herr wiederkommt, um zu richten und sein Volk zu sammeln. In diesen Briefen meint er die Wiederkunft Christi „mit allen seinen Heiligen“, der mit einem Feldgeschrei und der Posaune Gottes vom Himmel herabkommt. Ein Datum verweigert Paulus: Der Tag kommt wie ein Dieb in der Nacht. Es geht also darum, wie man bis dahin lebt, nicht wann man ihn erwarten soll.

Warum nennt Paulus die Toten „Entschlafene“?

Weil der Tod für ihn nicht das Ende der Geschichte ist: Wer entschlafen ist, wird geweckt. Das Wort tröstet, ohne zu leugnen, dass sie gestorben sind; darum kann Paulus Trauernden sagen, sie sollten nicht trauern wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Es erklärt auch seine Reihenfolge: Erst werden die Schlafenden auferweckt, dann kommen die Lebenden zu ihnen.

Wer ist der „Mensch der Sünde“ im zweiten Thessalonicherbrief?

Eine Gestalt, die vor dem Tag des Herrn auftreten muss: ein Empörer, der sich in Gottes Tempel setzt und vorgibt, Gott zu sein. Der Brief sagt, das „Geheimnis der Bosheit“ sei schon am Werk, werde aber einstweilen aufgehalten, und wenn der Mensch offenbar werde, vernichte ihn der Herr durch den Glanz seiner Ankunft. Der Zweck ist praktisch: Das Ende ist noch nicht da.

Was bedeutet „Heiligung“ im ersten Thessalonicherbrief?

Heilig gemacht werden, also für Gott ausgesondert, und Paulus wird sofort konkret: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet. Heiligkeit ist hier kein inneres Gefühl, sondern eine Lebensweise im Leib: Jeder lernt, sein eigenes Begehren in Ehren zu lenken, anders als die, die Gott nicht kennen.

Themen des Buches

Worauf dieses Buch immer wieder zurückkommt, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Textes jedes einnimmt.

Trauer und die Wiederkunft des Herrn

In einer jungen Gemeinde waren Mitglieder gestorben, bevor der Herr wiederkam: Hatten sie alles verpasst? Paulus antwortet den Trauernden und sagt den Lebenden, wie man auf einen Tag wartet, den niemand datieren kann.

Die Thessalonicher trauerten, als wären ihre Toten von der verheißenen Ankunft ausgeschlossen. Paulus sagt ihnen, sie sollten trauern, aber nicht wie die, die keine Hoffnung haben: Bei der Posaune Gottes werden die Toten in Christus zuerst auferstehen, und die Lebenden werden mit ihnen entrückt, sodass keiner dem anderen zuvorkommt. Ein Datum nennt er nicht. Der Tag kommt wie ein Dieb in der Nacht, gerade wenn die Leute „Friede und Sicherheit“ sagen; darum bleiben die Kinder des Tages wach und nüchtern.

  • Hoffnung
  • Trost
  • Jenseits
  • Auferstehung
  • Eschatologie
  • geistige Wachsamkeit
  • Heil

Warten, ohne müßig zu werden

Wenn das Ende jeden Augenblick kommen kann, wozu dann noch arbeiten, und wem soll man glauben, was sein Datum angeht? Beide Briefe holen eine Gemeinde aus der Erregung zurück in ein gewöhnliches, geprüftes Leben.

Schon der erste Brief bittet die Gläubigen, ein stilles Leben zu führen, sich um das Ihre zu kümmern und mit den eigenen Händen zu arbeiten. Der zweite trifft auf ein schärferes Problem: Manche lassen sich erschüttern von Behauptungen, sogar durch einen angeblichen Brief des Paulus, der Tag des Herrn sei schon da. Er antwortet, zuerst müsse der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbar werden, den einstweilen etwas aufhält, das er nicht beim Namen nennt. Für die müßigen Wichtigtuer gilt bis dahin eine schroffe Regel: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

  • Erwerbsarbeit
  • Selbstvertrauen
  • sittliches Verhalten
  • gute Werke
  • Täuschung
  • Unterscheidungsvermögen
  • Göttliche Gerechtigkeit
  • Festigkeit im Glauben

Eine junge Gemeinde unter Druck

Was schuldet ein Apostel einer Gemeinde, die er nach wenigen Wochen verlassen musste? Ein großer Teil des ersten Briefs ist seine Antwort, geschrieben mit offener Zuneigung.

Die Thessalonicher hatten sich von den Götzen zum lebendigen Gott bekehrt und bezahlten dafür mit der Feindschaft ihrer Nachbarn. Paulus erinnert sie daran, wie er sich verhielt: sanft wie eine Amme bei ihren Kindern, Tag und Nacht arbeitend, um niemandem zur Last zu fallen. Weil er die Ungewissheit über ihr Ergehen nicht länger ertrug, schickte er Timotheus zurück, und er nennt sie seine Hoffnung, seine Freude, seinen Ruhmeskranz. Was er dafür erbittet, ist knapp: Heiligkeit im Leib, Liebe zueinander, Beten ohne Unterlass und Dank in allen Dingen.

  • Verfolgung
  • Standhaftigkeit
  • Liebe
  • Glauben
  • Fürsorge
  • Gemeinschaft
  • Gebet
  • Heiligkeit
  • Integrität
  • Religiöser Konflikt
  • Treue Gottes
  • Nächstenliebe
  • Gnade
  • Wahrheit
  • Selbstkontrolle

In diesem Werk

Passagen vorhanden
12
eigenständige Begriffe
34
nach vorhandenen Passagen, korpusweit
Nr. 808

Was dieses Buch zusammen denkt

Das Rad nimmt die führenden Begriffe dieses Buches und zeigt, wie oft sie gemeinsam zur Sprache kommen. Je breiter das Band zwischen zweien, desto mehr seiner Passagen sprechen von beiden. Unter ihnen am häufigsten zusammen: „Gemeinschaft“ und „Hoffnung“.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 2 Konzepte, verbunden durch 1 Paarung. 15 Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
GemeinschaftHoffnung3

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  1. 51 Die Briefe an die Thessalonicher (Πρὸς Θεσσαλονικεῖς Α΄ · Πρὸς Θεσσαλονικεῖς Β΄) du bist hier EN
  2. 53 Der Brief an die Galater (Πρὸς Γαλάτας)

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  3. 55 Die Briefe an die Korinther (Πρὸς Κορινθίους Α΄ · Πρὸς Κορινθίους Β΄)

    Nicht ein Brief, sondern ein Briefwechsel: zwei von mindestens vier Briefen, die Paulus nach Korinth schrieb, der zweite womöglich aus mehreren zusammengesetzt. Sie dokumentieren sein längstes Ringen mit einer einzelnen Gemeinde, die er gegründet hatte.

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  4. 57 Der Brief an die Römer (Πρὸς Ῥωμαίους)

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  5. 62 Die Briefe an die Philipper und an Philemon (Πρὸς Φιλιππησίους · Πρὸς Φιλήμονα)

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  6. 62 Epheserbrief, Kolosserbrief (Πρὸς Ἐφεσίους · Πρὸς Κολοσσαεῖς)

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