Die Furcht gründet den Staat
Ist der Mensch von Natur für das Zusammenleben gemacht, wie Aristoteles lehrte? Hobbes verneint es, und aus dieser Verneinung folgt ein Staat, der auf gegenseitiger Furcht ruht und von einem einzigen Willen zusammengehalten wird.
Gesellschaft sucht man um des Vorteils oder des Ansehens willen, so der Anfang, und aus bloßem Wohlwollen entsteht darum nichts Dauerhaftes. Ohne gemeinsame Gewalt hat jeder ein Recht auf alles, und die Folge ist ein Krieg aller gegen alle. Die Vernunft gibt Regeln für den Frieden, doch sie binden im Handeln nur, wo ihre Befolgung sicher ist. Sicherheit entsteht, wenn jeder seinen Willen einem Mann oder einem Rat unterwirft, dessen Wille dann als der Wille aller gilt. Dieser Souverän schafft das Eigentum, bestimmt, was gerecht ist, und ist an seine eigenen Gesetze nicht gebunden. Seine eine Pflicht ist das Wohl des Volkes.
- Naturstand
- Selbsterhaltung
- Naturrecht
- Frieden
- Bund
- Gesellschaftsvertrag
- Einwilligung
- Souveränität
- Politische Autorität
- politische Verpflichtung
- Gehorsam
- Monarchie
- Demokratie
- Zivilrecht
- Gerechtigkeit
- Eigentumsverhältnis
- Freiheitsrecht
- Rechtsansprüche
Ins Gespräch kommen
- Menschen verriegeln nachts ihre Türen und verschließen ihre Truhen sogar vor dem eigenen Gesinde. Warum lesen Sie darin ein Geständnis aller über die menschliche Natur?
- Freunde treffen sich zur Geselligkeit, und kaum geht einer, zerpflücken die übrigen sein Leben. Genügt Ihnen das, um den Menschen die Anlage zur Gemeinschaft abzusprechen?
- Ein böser Mensch gleicht einem stark gewordenen Kind, schreiben Sie: kindliche Begierden, erwachsene Kraft zu schaden. Sind Menschen also von Natur böse oder schlecht erzogen?
- Sie betrachten die Menschen, als wären sie wie Pilze aus der Erde geschossen, erwachsen und einander nichts schuldig. Was verschweigt dieses Bild über den Anfang jedes Menschen?
- Ihr Paradox lautet: In der Monarchie ist der König das Volk, die Untertanen sind bloß eine Menge. Wer kann dann für die Regierten gegen ihn sprechen?