Die Leidenschaften und der Wettlauf des Lebens
Was bewegt einen Menschen, bevor ihm ein Gesetz sagt, was er tun soll? Hobbes antwortet mit einem Körper, der empfindet, sich erinnert und begehrt, und an dieser Antwort hängt die Staatslehre der zweiten Hälfte.
Jeder Gedanke beginnt hier als Bewegung, die ein äußerer Gegenstand im Kopf auslöst. Farbe und Ton sind die Erscheinung dieser Bewegung in uns und liegen nicht in den Dingen. Leidenschaften sind dieselbe Bewegung, fortgesetzt zu dem hin, was gefällt, oder von dem weg, was schmerzt. Hobbes bestimmt sie der Reihe nach an einem einzigen Maß, dem Gefühl der eigenen Macht neben der eines anderen: Stolz, Mitleid, Lachen, sogar die Liebe. Am Ende der Reihe steht der Vergleich des Lebens mit einem Wettlauf, dessen einziger Preis es ist, vorn zu sein. Weil das Begehren nie endet, gibt es für ihn keine letzte Zufriedenheit.
- Leidenschaften
- Verlangen
- Furcht
- Emotion
- Menschennatur
- Wahrnehmung
- Einbildungskraft
- Sprache
- Wissen
- Schlussfolgern
Ins Gespräch kommen
- Sie schildern das Leben als Wettlauf ohne anderen Preis, als vorn zu sein, und wer die Bahn verlässt, stirbt. Wo kann ein Läufer ausruhen?
- Wer Mitleid hat, stellt sich Ihnen zufolge vor, das Unglück des anderen könne ihn selbst treffen. Bleibt ein Gefühl für andere, das nicht von uns selbst handelt?
- Jemand hat alles erreicht, was er einst wollte, und ist wieder unruhig. Warum gibt es für Sie endgültige Zufriedenheit so wenig wie einen Weg nach Utopia?
- Lachen ist für Sie plötzlicher Stolz, das jähe Gefühl, einem Schwächeren überlegen zu sein. Was ist mit Freunden, die über einen harmlosen Scherz lachen?
- Bettler sagen das Vaterunser auf, ohne sich etwas dabei zu denken. Wie viel des gewöhnlichen Denkens halten Sie für Gerede dieser Art?