Frei und notwendig zugleich
Kann eine Handlung durch und durch verursacht sein und dennoch die freie Tat des Handelnden bleiben? Hobbes bejaht es, und der ganze Streit mit Bischof Bramhall dreht sich darum, ob diese Antwort haltbar ist.
Freiheit ist in Hobbes’ Bestimmung die Abwesenheit äußerer Hindernisse für das, was jemand will. Woher der Wille stammt, sagt sie nicht. Überlegen heißt, sich abwechselnd die guten und schlechten Folgen einer Tat vorzustellen, und der Wille ist das letzte Begehren vor dem Handeln. Dieses Begehren hat Ursachen wie alles andere, und eine Ursache, der nichts fehlt, bringt ihre Wirkung unfehlbar hervor. Bramhall entgegnet, ein von außen bewegter Wille sei keiner. Für Hobbes vermengt der Ausdruck „freier Wille“ zweierlei, denn frei ist ein Mensch und nicht ein Wille. Zufall ist ein Name für Ursachen, die niemand bemerkt hat.
- Freier Wille
- Notwendigkeit
- Verursachung
- Abwägung
- Wille
- freiwillige Handlung
- Freiheitsrecht
- Determinismus
- Handlungsmacht
- Wahl
- Kontingenz
Ins Gespräch kommen
- Ein Holzkreisel, von Jungen gepeitscht, hielte seine Bewegung für eigenen Willen, wenn er sie spüren könnte. Sind wir Menschen für Sie klüger?
- Medea sagt, sie sehe das Bessere und folge dem Schlechteren. Sie erwidern, ihr letztes Urteil habe der Rache am Ehemann gegolten. Handelt jemand gegen sein bestes Urteil?
- Wasser fließt frei sein Flussbett hinab, obwohl es nirgendwohin sonst fließen könnte. Warum ist das nach Ihrer Bestimmung auch die ganze Freiheit eines Menschen?
- Jemand wägt wochenlang eine Entscheidung ab und empfindet beide Ausgänge als offen. Wozu das Überlegen, wenn das Ergebnis, wie Sie meinen, durch Ursachen längst feststand?
- Einen Würfelwurf nennt man Ihnen zufolge nur deshalb Zufall, weil niemand alle seine Ursachen sieht. Gibt es für Sie irgendein wirklich zufälliges Ereignis?