Die Schrift vor dem Gericht der gemeinsamen Moral
Kann ein Buch Gottes Wort sein, wenn es heiligt, was jedes Volk ein Verbrechen nennt? Wahr ist, so die Regel des Predigers, was alle Völker teilen, falsch, was sie trennt, und eine Schrift, die gegen die gemeinsame Moral verstößt, scheitert, noch bevor ihre Geschichte geprüft ist.
Zwei Anklagen folgen nacheinander: Verderbtheit, dann Unwahrheit. Zuerst werden die hebräischen Bücher auf das Verhalten hin gelesen, das sie nicht bloß berichten, sondern heiligen, auf Gemetzel, Betrug und Diebstahl, begangen auf Gottes Befehl und in seinem Namen. Erst danach geht es um Wahrscheinlichkeit, um Wunderdinge und um Jahreszahlen, die einander widersprechen. Die Evangelien trifft dieselbe Prüfung, denn ihre Berichte über Jesus widersprechen sich in fast allem. Juden und Christen aber bekämpfen einander mit denselben Propheten als Waffen.
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Ins Gespräch kommen
- Käme Gott selbst herab und verlangte, die Massaker des Alten Testaments gutzuheißen, würde Ihr Prediger Nein sagen. Darf das Gewissen Gott verweigern, was er fordert?
- Die Schrift erzählt viele Verbrechen, ohne sie zu loben. Weshalb besteht Ihr Prediger darauf, dass die hebräischen Bücher ihre Gemetzel heiligen, statt sie nur festzuhalten?
- Christen lesen das Kind Immanuel beim Propheten Jesaja als Ankündigung Christi. Worin sieht Ihr Prediger dagegen nur ein Zeichen für einen belagerten König?
- Was alle Völker teilen, ist für Ihren Prediger der Mittelpunkt der Wahrheit. Könnte sich nicht die ganze Welt in einem Irrtum einig sein?
- Zwei Evangelien geben Jesus Stammbäume, die nicht zusammenpassen. Muss ein einziger solcher Widerspruch ein ganzes heiliges Buch zu Fall bringen, wie Ihr Prediger meint?