Ein Licht in vielen Körpern
Wie kann ein Bewusstsein Gott, Mensch, Tier und Pflanze sein, ohne weniger es selbst zu werden? Das Gedicht antwortet fast nur in Bildern.
Ein klarer Kristall nimmt die Farbe dessen an, was neben ihm liegt, und bleibt doch klar. Das Spiegelbild des Mondes scheint zu wandern, wenn das Wasser sich bewegt. Ein Spiegel fasst eine Stadt, ohne zerteilt zu werden. Ebenso wird Shiva zu jedem verkörperten Wesen, umhüllt von Schichten der Begrenzung wie ein Reiskorn von seiner Spelze, und der Irrtum, der folgt, gleicht einem Seil, das man für eine Schlange hält: Er kann zu Tode erschrecken. Das Bewusstsein wickelt sich in sein eigenes Netz und durch eigenes Wissen wieder heraus.
- Bewusstsein
- Selbst
- Nichtzweiheit
- Manifestation
- Verkörperung
- Unwissenheit
- Māyā
- Individualität
- Kosmologie
- Elemente
- Sinne
- Geist
- Śiva
- Emotion
Ins Gespräch kommen
- Ein klarer Kristall nimmt die Farbe dessen an, was neben ihm liegt, und bleibt doch klar. Was ist Ihrer Darstellung nach der Kristall in einem Menschen?
- Ein Seil, das man für eine Schlange hält, kann jemanden zu Tode erschrecken, obwohl nie eine Schlange da war. Warum schmerzt eine unwirkliche Fessel so sehr?
- Das Bewusstsein, sagt das Gedicht, wickelt sich in ein Netz aus Körper, Atem und Denken, wie ein Netzmacher in sein eigenes Netz. Wer kann es zerschneiden?
- Jemand ist an einem Tag heiter und am nächsten niedergeschlagen. Wenn das eine Bewusstsein diese Stimmungen nur scheinbar teilt, wer leidet dann eigentlich?
- Ein Spiegel fasst eine ganze Stadt samt ihren Dörfern, ohne in sie zerteilt zu werden. Wie kann ein einziges Gewahrsein eine Welt getrennter Dinge fassen und ganz bleiben?