Vier Wege zu einem Wiedererkennen
Wenn das Selbst schon das eine Bewusstsein ist, wozu braucht es überhaupt einen Weg? Menschen fassen ihr eigenes Wesen verschieden schnell, antwortet das Buch, also muss der Weg zur Person passen.
Abhinavagupta ordnet jede Übung der Śaiva-Schriften in vier Mittel. Das höchste ist gar kein Mittel: Die Lehre wird einmal gegeben, und der seltene Hörer sieht einfach. Darunter folgen der Weg des reinen Willens, der Weg der Erkenntnis, der das Denken klärt, bis es dem Wirklichen entspricht, und der Weg der Anstrengung mit Atem, Meditation und Ritus. Keiner ist falsch; jeder bereitet den nächsthöheren vor, und alle münden in dasselbe Wiedererkennen. Die Mālinīvijayottara, Schrift seiner eigenen Trika-Schule, gibt die Rangfolge vor.
- Bewusstsein
- Befreiung vom Leiden
- Nichtzweiheit
- Nondualismus
- Wissen
- geistige Erkenntnis
- Meditation
- Yoga
- spirituelle Praxis
- Schriftautorität
- Erkenntnistheorie
- Wahrnehmung
Ins Gespräch kommen
- Sie ordnen alle Übungen der Śaiva-Schriften in vier Wege, und der höchste ist gar kein Weg. Was tut jemand, der diesen höchsten Weg geht, eigentlich?
- Wenn jeder Ritus und jedes Yoga nur ein Bewusstsein freilegt, das immer schon unser eigenes war, wozu widmet dieses Buch den Riten so viele Kapitel?
- Jemand übt jahrelang Atem und Meditation und spürt keine Veränderung. Ist diese körperliche Übung, der unterste Ihrer vier Wege, eine Sackgasse oder ein Anfang?
- Ihr Weg des Willens braucht keinen Ritus und kein langes Nachdenken, nur eine einzige Wendung nach innen. Was geschieht in einem Menschen in diesem Augenblick?
- Zwei Menschen hören dieselbe Lehre ein einziges Mal. Der eine ist sofort verwandelt, der andere braucht Jahre. Liegt der Unterschied in ihnen oder in der Lehre?