Das Äußerste jenseits aller Mittel
Wenn alles, auch der Irrtum, schon die höchste Wirklichkeit ist, wozu dann ein Weg zu ihr? Das Gedicht lehrt die Wege zurück und verlangt dann vom Suchenden, sie alle loszulassen.
Jeder Gott ist Bhairava, der Name des Gedichts für Shiva als höchste Wirklichkeit, und ebenso sind es Wissen und Unwissen und selbst die Position des Gegners in einer Debatte. Ein Lehrer, der seinen Schüler „Kind“ nennt, zeigt, wie sich ein einziges Bewusstsein aus eigenem Willen zu dem gebundenen Wesen verengt, das die Śaiva-Lehre das angebundene Tier nennt, und wie es zurückfindet: indem das Denken still wird und beim „Ich“ verweilt, indem man sich selbst für Shiva hält, indem man die Sprache durch vier Stufen verfolgt. Das letzte Wort baut das Gerüst der Lektion wieder ab, denn das eigene Gewahrsein enthält bereits jedes Mittel.
- Bewusstsein
- Manifestation
- Selbstwahrnehmung
- Selbstwiedererkennung
- Subjektivität
- Nondualismus
- Śiva-Śakti
- Māyā
- Weltschöpfung
- Kosmologie
- Freiheit
- Konzeptualisierung
- nichtbegriffliches Wissen
- Sprache
- Philosophie der Sprache
- Meditation
- spirituelle Praxis
- Wissensweitergabe
- tantrische Philosophie
- Reinheit und Unreinheit
- Zeit
Ins Gespräch kommen
- Ihr Gedicht endet mit dem Rat, an keiner Methode festzuhalten, weil das eigene Gewahrsein sie schon alle enthält. Wozu dann zuerst die Methoden lehren?
- Ihre Verse beginnen damit, dass jeder Gott Bhairava ist, und ebenso jede Position eines Gegners in einer Debatte. Worüber lässt sich dann noch streiten?
- Wissen und Unwissen sind Ihnen zufolge gleichermaßen aus Bhairava gemacht, also aus Shiva als höchster Wirklichkeit. Weshalb soll auch das Unwissen göttlich sein?
- Jemand sitzt still, lässt jeden Gedanken fallen und ruht im bloßen Gefühl „Ich“. Warum ist das in Ihren Versen schon ein Weg nach Hause?