Das ganze System im Keim
Kann eine einzige Darstellung von der Natur Gottes geradewegs bis zum Glück des Menschen reichen — und ist dieses Glück mehr als die Erkenntnis und Liebe Gottes? Hier versucht Spinoza es erstmals zu sagen.
Ein unendliches Wesen, Gott oder die Natur, dessen Modi alle Dinge sind; der Mensch kein Reich im Reiche, sondern ganz und gar Teil dieser Natur; und das Glück — der welstand des Titels — gefunden in der Erkenntnis und Liebe Gottes, die uns von den knechtenden Leidenschaften befreit. Jede spätere Lehre ist schon da, im Dialog und in schlichter Darlegung vorgetragen statt im geometrischen Beweis. In seinen Zwanzigern geschrieben und zwei Jahrhunderte lang verschollen, zeigt es, dass die Ethik über Jahre herausgeschmiedet wurde und nicht in einem Guss entstand.
- Kausalität
- Erkenntnistheorie
- Ethik
- Metaphysik
- Substanz
- Natur
- Ontologie
- Wesen
- Attribute
- Unendlichkeit
- Notwendigkeit
- Vollkommenheit
- Liebe
- Leidenschaften
- Freiheit
- Verstehen
- Wissen
- Seele
- Wille
- Handlungsmacht
- Verlangen
- Existenz
- Theologie
- Vernunft
- Verursachung
- Gott
Ins Gespräch kommen
- Jemand will wissen, worin ein gutes Leben letztlich besteht — du antwortest: in der Erkenntnis und Liebe Gottes; was verlangt das von einem gewöhnlichen Tag?
- Den Menschen kein Reich im Reiche zu nennen, scheint uns jeden besonderen Rang zu nehmen — was bleibt an einem Menschen zu schätzen?
- Wie unterscheidet sich die Liebe Gottes, die uns von den Leidenschaften befreit, von gewöhnlicher religiöser Frömmigkeit?
- Wenn das Glück im Erkennen Gottes liegt und nicht darin, zu bekommen, was wir wollen, welchen Begierden muss ein Mensch aufhören zu trauen?
- Du sagst, wir seien ganz und gar Teil der Natur — wie kann dann irgendeiner von uns für sein Tun getadelt oder gelobt werden?