Descartes bewiesen und leise überschritten
Lässt sich die Philosophie eines anderen in strenger geometrischer Ordnung darlegen, ohne ihr zuzustimmen — und was scheint durch, wenn Spinoza die Darlegung besorgt? Die Darstellung ist treu; der Anhang ist nicht harmlos.
Geschrieben, um einen Schüler Descartes zu lehren, ohne die eigenen Ansichten preiszugeben, formte Spinoza die ersten beiden Teile der Prinzipien — Physik, Bewegung und Mechanik eingeschlossen — zu Definitionen, Axiomen und Beweisen um, wobei Meyers Vorwort warnt, der Verfasser lege Descartes dar und weiche von vielem ab, was er hier beweist. Die angehängten Cogitata Metaphysica, im Gewand eines scholastischen Handbuchs, ziehen Positionen ein, die Spinozas eigene sind. Als einziges Buch, das er unter seinem eigenen Namen veröffentlichte, wurde es der eine datierte, autorisierte Text, an dem der Rest zu lesen ist.
- Metaphysik
- Erkenntnistheorie
- Bewegung
- Mechanik
- Physik
- Ontologie
- Logik
- Materie
- Substanz
- Ausdehnung
- Kraft
- Geometrie
- Existenz
- Wesen
- Vollkommenheit
- Ewigkeit
- Schöpfung
- Göttliche Attribute
- Gott
- Gewissheit
- Notwendigkeit
- Wahrheit
- Irrtum
- Zeit
- Unendlichkeit
- Wille
- Verursachung
- Freier Wille
Ins Gespräch kommen
- Was gewinnt ein Student, der einen Denker lernt, den er später verwerfen mag, wenn er dessen System zuerst treu beweist, wie du es mit Descartes tatest?
- Wenn du von vielem abweichst, was du hier beweist, ist es dann nicht eine Art Unredlichkeit gegenüber dem Leser, es in strenger Ordnung darzulegen?
- Woran soll ein aufmerksamer Leser erkennen, wo du Descartes darlegst und wo die Cogitata Metaphysica leise deine eigene sind?
- Um eine Philosophie geometrisch darzustellen, ohne ihr zuzustimmen, worüber muss der Ausleger schweigen — und was kostet dieses Schweigen?
- Du lässt Meyers Vorwort die Lossagung für dich besorgen — warum nicht mit deiner eigenen Stimme sagen, wo Descartes irrt?