Ein Geist aus Erfahrung
Kann Wahrnehmung, Erinnerung, Vorstellungskraft und Gewohnheit erklären, wie Menschen Überzeugungen, ein Selbst und moralische Urteile ausbilden, ohne auf angeborene Ideen oder eine Vernunftseele zurückzugreifen? Die Antwort bestimmt, was die Vernunft beweisen kann – und was stattdessen Sympathie und die Leidenschaften leisten müssen.
Mit dem 1739 erschienenen Werk wollte Hume die menschliche Natur erforschen, indem er die Perzeptionen untersucht, statt sich auf angeborene Ideen oder eine eigene Vernunftseele zu berufen. Er teilt die Perzeptionen in Eindrücke und Vorstellungen und erklärt ihre Verbindungen dann aus Gedächtnis, Einbildungskraft und Assoziation. Der Kausalglaube entsteht aus wiederholter Erfahrung und Gewohnheit, nicht aus beweisender Vernunft; ebenso erscheint das Selbst als Folge von Perzeptionen und nicht als eine einzige Substanz. In der Moral führen Sympathie und Gefühl diese Darstellung über das private Urteil hinaus.
- Einbildungskraft
- Wahrnehmung
- Psychologie
- Glaube
- Erkenntnistheorie
- Sympathie
- Menschennatur
- Identität
- Gewohnheit
- Moralität
- Kognition
- Vernunft
- Metaphysik
- Urteil
- Assoziation
- Erfahrung
- Empirismus
- Gedächtnis
- Selbst
- Leidenschaften
- Emotionen
- Tugend
- Schlussfolgern
- Verursachung
- Gerechtigkeit
Ins Gespräch kommen
- Wenn die Erinnerung ein vergangenes Selbst als kontinuierlich erscheinen lässt, was genau ist dann erhalten geblieben?
- Angenommen, Sympathie kann den Kreis der Anteilnahme erweitern: Warum sollte ihre Reichweite bei Menschen enden, die uns vertraut sind?
- Kann ein Mensch einer Überzeugung allein deshalb vertrauen, weil wiederholte Erfahrung sie als gewiss erscheinen lässt?
- Die Darstellung macht die Vernunft der Leidenschaft untergeordnet; welche Autorität bleibt dann, um ein zerstörerisches Verlangen zu korrigieren?
- Wie lässt sich ein aus Gewohnheit entstandener Glaube von Wissen unterscheiden, wenn beide durch wiederholte Erfahrung wachsen?