Gefühl und soziale Tugend
Wie kann Billigung uns binden, wenn die Vernunft allein den Willen nicht bewegen kann? Hume verortet die Moral in Gefühlen, die durch Sympathie geprägt und teilweise nach ihrer Nützlichkeit für das menschliche Leben beurteilt werden.
Hume verwirft den Versuch, die Tugend aus der Vernunft allein abzuleiten: Die Vernunft kann Tatsachen und Verhältnisse aufdecken, aber erst das Gefühl macht einen Charakter bewundernswert oder tadelnswert und liefert den Antrieb. In der Untersuchung von 1751 weitet die Sympathie die Anteilnahme über das Eigeninteresse hinaus, und der Nutzen erklärt, warum Gerechtigkeit, Wohlwollen und andere Züge Zustimmung finden: Sie erhalten die Menschen und die gesellschaftliche Ordnung. Das moralische Urteil ruht daher auf Wahrnehmung, Gefühl und geteilten Maßstäben, nicht auf dem Gehorsam gegenüber einem Befehl der abstrakten Vernunft.
- Tugend
- Menschennatur
- Ethik
- Nutzen
- Sympathie
- Gerechtigkeit
- Charakter
- Wohlwollen
- Vernunft
- Eigentumsverhältnis
- Urteil
- soziale Ordnung
- moralisches Empfinden
- Bewunderung
- moralisches Urteil
- Moralpsychologie
- Gesinnung
- Motivation
- soziale Normen
- Eigeninteresse
- sozialer Nutzen
- Menschheit
- Selbstliebe
- Ästhetik
- soziale Tugenden
- Glück
- Persönliches Verdienst
- Tugend und Laster
Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Mensch wenig Mitgefühl für einen Fremden empfindet, worauf kann moralische Anerkennung dennoch gründen?
- Wenn die Vernunft eine Handlung nicht aus sich heraus verurteilen kann, was verleiht dem moralischen Urteil Autorität über das Eigeninteresse?
- Was muss ein Mensch über die Gerechtigkeit akzeptieren, wenn nicht eine ewige Regel, sondern ihr öffentlicher Nutzen sie trägt?
- Wie ließe sich echte Wohltätigkeit von einem Verhalten unterscheiden, das anderen bloß zufällig zugutekommt?
- Kann eine Gesellschaft private Tugend loben, ohne moralische Anerkennung in eine Berechnung des Nutzens zu verwandeln?