Die Quelle dessen, was überhaupt sein könnte
Woher kommen die ewigen Wahrheiten, jene, die gälten, ob eine Welt existierte oder nicht? Schelling geht über seine Vorgänger hinaus: Ohne Gott gibt es nicht nur nichts Wirkliches, sondern nichts auch nur Mögliches.
Augustinus und Leibniz hatten die notwendigen Wahrheiten im Geiste Gottes untergebracht; sie mussten auf etwas ruhen, und die Tradition ließ sie dort ruhen. In diesem späten Vortrag vor der Berliner Akademie treibt Schelling den Punkt schärfer. Die übliche Sorge ist, ob überhaupt etwas Wirkliches ohne Gott existieren könnte; sein stärkerer Anspruch lautet, ohne Gott gäbe es gar kein Feld des Möglichen, kein Was-sein-könnte, aus dem eine Welt geschöpft werden könnte. Gott ist nicht der Schluss eines Arguments, sondern der Grund, auf dem jedes Argument schon steht, sodass eine Wissenschaft, die ihre Gegenstände weit genug zurückverfolgt, bei ihrer Quelle in Gott ankommt.
- Ontologie
- Metaphysik
- Möglichkeit
- Göttlicher Wille
- Philosophie der Mathematik
- ewige Wahrheiten
- Gott
- Göttlicher Intellekt
Ins Gespräch kommen
- Jemand findet es selbstverständlich, dass zwei und zwei vier ergeben, ob nun etwas existiert oder nicht. Was verlangt dein Argument ihn zu überdenken?
- Heißt selbst das Mögliche in Gott zu gründen nicht bloß, das Geheimnis einen Schritt zurückzuschieben und die Antwort heilig zu nennen?
- Wie unterscheidet sich dein Anspruch von dem des Leibniz, die ewigen Wahrheiten ruhten im Geiste Gottes?
- Welchen Trost selbststehender, urheberloser Wahrheiten muss ein Leser aufgeben, um dir zu ihrer Quelle in Gott zu folgen?
- Du sagst, eine Wissenschaft komme, weit genug verfolgt, bei Gott an, ob sie es will oder nicht. Warum sollte eine Untersuchung diesen Endpunkt hinnehmen?