Wo das Absolute sichtbar wird
Wie kann das Absolute, der Punkt, an dem Subjekt und Objekt, Freiheit und Notwendigkeit eins sind, in einer endlichen Welt überhaupt erscheinen? Schelling antwortet, es erscheine im Kunstwerk, und nirgends sonst so vollständig.
Die Philosophie kann das Absolute denken, aber nie zum Gegenstand machen; Schelling zeigt, das Kunstwerk kann es. In der Kunst nimmt eine Idee sinnliche Gestalt an, ohne aufzuhören, unendlich zu sein, sodass Freiheit und Notwendigkeit, das Ideale und das Reale, in einem sichtbaren Ding zusammengehalten werden. Damit ist die Kunst nicht Veranschaulichung, sondern Organon, das Organ selbst, durch das uns das Absolute zum Gegenstand wird, und, in seiner Wendung, das ewige Dokument dessen, was die Philosophie nur denken kann. Dieser Schritt hob die Kunst vom Schmuck ins Zentrum des Idealismus, einen Rang, den Hegel ihr bald absprechen sollte.
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Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch wird von einem Musikstück weit über alles Erklärbare hinaus ergriffen. Was, sagt deine Philosophie, erreicht ihn da wirklich?
- Ist es nicht eine Schmeichelei an die Künstler, die kein Argument einlöst, die Kunst das höchste Organ der Philosophie zu nennen?
- Wie macht die Kunst das Absolute auf eine Weise gegenwärtig, wie es das Denken, deiner Darstellung nach, nie vermag?
- Um ein Gemälde als ewiges Dokument dessen zu nehmen, was die Philosophie nur denken kann: Welche bescheidene Sicht der Kunst muss ein Leser aufgeben?
- Du stellst die Kunst über die Reichweite der Philosophie selbst. Lässt das den Philosophen nicht eine Sache erklären, der er sich nicht gewachsen bekennt?