Die Kraft zuerst, die tote Materie danach
Ist die Natur träger Stoff, von außen umhergeschoben, oder durch und durch Tätigkeit? Schelling wagt, dass die Kraft, nicht die tote Materie, die erste Wirklichkeit sei und der Mechanismus nur ihr Sonderfall.
Der Mechanismus behandelt die Natur als lebloses Material, von äußeren Ursachen gestoßen; Schelling kehrt das Bild um. Die erste Wirklichkeit ist die Kraft, eine hervorbringende Tätigkeit, sodass die träge Materie zu einem Grenzfall des Lebendigen wird und nicht zu dessen Fundament. Er schrieb, als Galvanismus und die neue Physiologie die Linie zwischen dem Physischen und dem Vitalen verwischten, und das Buch liest sich als Versuch, diese Grenze wegzudenken. Der Organismus ist nicht ein Ding unter anderen, sondern das Muster, dem die ganze Natur folgt, weshalb ein Stein und ein Nerv auf ein einziges Kontinuum gehören und nicht in getrennte Reiche.
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Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Mensch gelernt hat, die Natur als totes Räderwerk zu sehen, was ändert sich, sobald er sie als lebendige Kraft sieht?
- Die Weltseele als Physik wiederzubeleben sieht aus, als kleide man alten Aberglauben in neue Sprache. Warum ist dies eine Hypothese und kein Gedicht?
- Wie würdest du die Linie zwischen deiner kraftgetriebenen Natur und der Materie des Mechanisten ziehen, die nur von außen gestoßen wird?
- Welchen Trost eines Uhrwerk-Weltalls, vorhersehbar und entzaubert, muss ein Leser fahren lassen, um dir hierher zu folgen?
- Du machst die tote Materie zum Sonderfall des Lebendigen und nicht umgekehrt. Was in der gewöhnlichen Erfahrung soll das erklären?