Die Philosophie, die vom Dasein ausgeht
Ein rationales System kann sagen, was ein Ding sein muss, wenn es existiert; kann es je sagen, dass es existiert? Schellings positive Philosophie beginnt, wo die Ableitung endet, beim Sein, das schlicht gegeben ist.
Die Vorlesungen geben die vollste Fassung von Schellings später positiver Philosophie. Die reine Vernunft, hält er fest, entfaltet Wesenheiten, was ein Ding sein muss, und kann Notwendigkeit im Denken beweisen, doch die bloße Tatsache, dass die Welt ist, und dass ein Gott frei schafft, statt sich logisch zu entfalten, liegt außerhalb dessen, was die Vernunft ableiten kann. Die positive Philosophie leitet das Dasein daher nicht ab; sie geht von ihm aus und folgt den freien Akten eines lebendigen Gottes durch die Geschichte. Das kehrt die übliche Ordnung des Beweises um, und darum wird die Offenbarung, nicht die Logik, in ihrer höchsten Reichweite zum eigentlichen Stoff der Philosophie.
- Ontologie
- Erkenntnistheorie
- Kausalität
- Methodologie
- Teleologie
- Absolutes
- Einheit
Ins Gespräch kommen
- Jemand nimmt jedes Argument dafür an, warum die Welt so sein muss, wie sie ist, und spürt doch das Geheimnis, dass sie überhaupt ist. Trifft deine Philosophie das?
- Ist eine Philosophie, die vom bloßen Dasein ausgeht, statt es zu beweisen, nicht bloß eine Weigerung, die Arbeit zu leisten, die die Vernunft verlangt?
- Wie würdest du das Wissen, was ein Ding sein muss, vom Wissen, dass es wirklich ist, unterscheiden?
- Welche Gewissheit, dass die Vernunft alles meistern kann, muss ein Denker aufgeben, um einem frei handelnden Gott Raum zu schaffen?
- Wenn das Dasein sich nicht ableiten lässt, was bewahrt deine positive Philosophie davor, bloße Behauptung dessen zu sein, was gerade der Fall ist?