Wie ein Strom ein Selbst und eine Welt baut
Woher kommen „Ich“ und „Dinge“, wenn nicht aus einem Selbst und einer Welt, die schon da sind? Die Verse führen beides auf ein Bewusstsein zurück, das seine Gestalt wandelt, und zeigen dann den Ausweg.
Selbst und Dinge, sagt der erste Vers, sind Redeweisen, die über die Umwandlungen des Bewusstseins gelegt werden, und dieser Umwandlungen gibt es drei. Ein Speicherbewusstsein trägt die Samen vergangener Taten und fließt dahin wie ein reißender Strom; ein zweiter Geist hält es beständig für ein Selbst, befleckt von Eigenliebe, Eigendünkel, falscher Selbst-Ansicht und Blindheit darüber; sechs Arten des Gewahrseins steigen auf ihm auf wie Wellen auf dem Wasser. Freiheit ist kein besserer Gegenstand, sondern gar keiner: Wenn das Bewusstsein nichts mehr ergreift, wendet sich seine Grundlage selbst um.
- Bewusstsein
- Speicherbewusstsein
- Nur-Vorstellung
- Yogācāra
- Geistesfaktoren
- Karma
- Ich-Anhaftung
- begriffliche Konstruktion
- abhängiges Entstehen
- Drei Naturen
- Leerheit
- Soheit
- nichtduales Wissen
- Umwandlung der Grundlage
- Befreiung vom Leiden
Ins Gespräch kommen
- Die tiefste Schicht des Geistes fließt wie ein reißender Strom mit den Samen vergangener Taten und endet erst im Heiligen. Was endet mit ihr?
- Unter die Sinne setzen Sie einen Geist, der den tieferen Geist stets für ein Selbst hält, voller Eigenliebe. Wie kann jemand selbstlos sein, wenn dieser Geist nie ruht?
- Sehen, Hören und Denken steigen auf dem tiefen Geist auf wie Wellen auf dem Wasser. Was bietet dieses Bild jemandem, den eine einzige Stimmung fortreißt?
- Selbst der Gedanke „all dies ist nur Vorstellung“, vor den Geist gestellt, hält Ihren Versen zufolge vom Ziel fern. Wozu taugt die Lehre dann?
- Selbst und Dinge sind nach dem Eröffnungsvers nur Redeweisen, über die Wandlungen des Bewusstseins gelegt. Was bleibt, wenn man die Redeweisen wegnimmt?