Die Tora ist kein Spaten
Darf ein Gelehrter von dem Wissen leben, das er lehrt? Maimonides bricht seinen eigenen Vorsatz zu schweigen und antwortet mit Nein, wohl wissend, dass die meisten Rabbiner seiner Zeit daran Anstoß nehmen würden.
Die Sprüche der Väter warnen davor, die Tora zu einem Spaten zu machen, mit dem man gräbt, und Maimonides liest das wörtlich: Gelehrsamkeit ist kein Werkzeug zum Broterwerb. Die Gelehrten seiner Zeit hatten den Spruch weggedeutet, Einzelnen und Gemeinden feste Abgaben zu ihrem Unterhalt auferlegt und die Leute gelehrt, diese Zahlung sei Pflicht. Er hält ihnen die Weisen des Talmud entgegen, unter ihnen Hillel, die Holz hackten oder ein Handwerk trieben und in Armut lebten. Kleine Gefälligkeiten darf ein Gelehrter annehmen, niemals einen Lohn für sein Wissen.
- Torastudium
- Erwerbsarbeit
- Lebensunterhalt
- Gier
- Nächstenliebe
- Religiöse Autorität
Ins Gespräch kommen
- Die Sprüche der Väter warnen davor, die Tora zu einem Spaten zu machen. Weshalb lesen Sie darin ein Verbot für Gelehrte, von ihrem Wissen zu leben?
- Wenn Gelehrte nicht davon leben dürfen, die Tora zu lehren, wer hat dann die Zeit, sie gut zu lehren?
- Sie wollten diesen Spruch übergehen, weil Ihre Deutung den meisten großen Gesetzeslehrern missfallen würde. Was hat Sie bewogen, doch zu sprechen?
- Ein begabter Student möchte sein ganzes Leben dem Studium widmen, muss aber seinen Unterhalt verdienen. Wozu raten Sie ihm in Sachen Arbeit und Lernen?
- Hillel verdiente sein Brot als Holzhacker und lernte in bitterer Armut. Warum machen Sie seine Armut, nicht nur seine Gelehrsamkeit, zum Vorbild?