Wenn die Schrift Gott eine Hand gibt
Muss ein Gläubiger, der gelernt hat, dass Gott keinen Körper hat, die Bibel aufgeben, die von Gottes Angesicht, Hand und Thron spricht? Maimonides antwortet: Falsch gelesen hat der Leser die Worte, nicht den Glauben.
Maimonides nimmt sich die körperlichen Wörter der Bibel für Gott einzeln vor, Angesicht, Hand, Ort, Sitzen, Herabsteigen, und zeigt, dass jedes hebräische Wort auch einen Sinn trägt, der zu einem Gott ohne Körper passt. Seine Regel stammt von den Rabbinen: Die Tora spricht in der Sprache der Menschen, damit jeder wenigstens begreift, dass Gott ist. Ein weises Wort, fügt er hinzu, gleicht einem goldenen Apfel in einem silbernen Filigran. Schon das Silber ist kostbar, das Gold aber sieht nur, wer genau durch die feinen Öffnungen blickt.
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Ins Gespräch kommen
- Die Bibel gibt Gott eine Hand, ein Angesicht und einen Thron. Wenn Gott keinen Körper hat, warum spricht die Schrift überhaupt so?
- Ein Gläubiger hat Philosophie studiert, und nun beschämen ihn die Worte der Bibel über Gott. Warum soll er Ihnen zufolge weder die Bibel noch die Vernunft aufgeben?
- Ein weises Wort gleicht bei Ihnen einem goldenen Apfel in silbernem Filigran. Was entgeht dem Leser, der nur das Silber bewundert?
- Ein Buch, das ankündigt, sich absichtlich zu widersprechen, scheint Misstrauen zu wecken. Woran soll ein Leser erkennen, welche von zwei Aussagen Ihre eigentliche Ansicht ist?
- Gott führte die befreiten Sklaven auf einem Umweg, fort von einem Krieg, vor dem sie geflohen wären. Weshalb lesen Sie die Opfer als Umweg derselben Art?