Der verkörperte Bewusstseinsstrom
Kann die Psychologie das mentale Leben untersuchen, ohne es auf Empfindungen, Vermögen oder körperliche Mechanismen zu reduzieren? Von der Antwort hängt ab, ob Kontinuität, Gewohnheit und Aufmerksamkeit als Belege gelten – und nicht als Rauschen.
1892 arbeitete James die große Psychologie für Studenten um: Er nahm ihr die Polemik, die Geschichte, die Metaphysik, die Zitate und die Nachweise und gab der Physiologie der Sinne einen zentralen Platz neben Wahrnehmung, Empfindung und Erkennen. Indem er das Kapitel über den Gedankenstrom in Bewusstseinsstrom umbenannte, nahm er das Seelenleben als stetig statt als Haufen getrennter Vermögen. Gewohnheit, Gedächtnis, Gefühl, Aufmerksamkeit und das Selbst erscheinen darum als Vorgänge in diesem Fluss. Die Studenten bekamen eine brauchbare Wissenschaft, während die Argumente, die James eigentümlich machten, weitgehend verschwanden.
- Wahrnehmung
- Kognition
- Bewusstsein
- Empfindung
- Psychologie
- Gedächtnis
- Aufmerksamkeit
- Gewohnheit
- Physiologie
- Instinkt
- Erkenntnistheorie
- Metaphysik
- Logik
- Assoziation
- Identität
- Subjektivität
- Emotion
- Willensakt
- Methodologie
- Phänomenologie
- Assoziationismus
- Neurophysiologie
- Abstraktion
- Psychophysik
- Diskriminierung
- Selbst
- Sprache
- Schlussfolgern
- Einbildungskraft
- Wille
Ins Gespräch kommen
- Jemand schiebt sein Handeln immer wieder auf, bis er sich bereit fühlt; wie erklärt die Gewohnheit dieses Warten?
- Angenommen, ein körperliches Empfinden verändert die Aufmerksamkeit: Warum sollte diese Störung als Teil des Denkens selbst gelten?
- Wenn sich Gedanken verändern, was macht aus einem Strom ein und dasselbe Bewusstsein statt einer Folge getrennter geistiger Episoden?
- Wenn eine Person dem Strom ehrlich folgt, welche Gewissheit über ein festes Selbst muss sie aufgeben?
- Das Gedächtnis verbindet den Gedanken von gestern mit dem von heute: Bewahrt der Körper die Identität, oder stellt das Bewusstsein diese Verbindung her?