Der kontinuierliche Erfahrungsstrom
Kann die Psychologie Erfahrung messen, ohne sie zunächst in Einzelteile zu zerlegen, wenn Bewusstsein auswählt und immer das Bewusstsein von jemandem ist? Das verändert, was als Beleg gilt.
Die Psychologie muss bei dem beginnen, was die Erfahrung vorlegt, nicht bei Empfindungen, welche die Analyse erfunden hat. James verwirft die Bruchstücke. Gegen den Assoziationismus in Humes Nachfolge und gegen die gemessenen Elemente der deutschen Laboratorien beschreibt er das Bewusstsein als stetigen Strom: Es wählt aus, gehört einem Subjekt und verändert, was folgt. Die Gewohnheit erklärt, wie wiederholtes Tun Kraft gewinnt; das Selbst bleibt zugleich der beschriebene Gegenstand und der Beschreibende. 1890 führten zwei Bände diesen Nachweis in der Breite eines Lehrbuchs. Das Gefühl folgte der körperlichen Veränderung, nicht umgekehrt.
- Wahrnehmung
- Bewusstsein
- Kognition
- Empfindung
- Aufmerksamkeit
- Physiologie
- Gewohnheit
- Gedächtnis
- Instinkt
- Emotion
- Willensakt
- Identität
- Subjektivität
- Selbst
- Assoziationismus
- Assoziation
- Neurophysiologie
- Phänomenologie
Ins Gespräch kommen
- Sie sagen, wir fürchten uns, weil wir zittern, nicht umgekehrt. Was bliebe von der Furcht, wenn man alle körperlichen Veränderungen abzöge?
- Ein Prediger verschwindet, lebt zwei Monate als Ladenbesitzer namens Brown und erwacht dann erschrocken ohne jede Erinnerung daran. Was hält ein Selbst zusammen?
- Das Genie mache aufmerksam, nicht die Aufmerksamkeit zum Genie. Was ändert das für jemanden, der sich zur Konzentration zwingt?
- Sie zählen Körper, Kleidung, Familie und Ansehen eines Menschen zu seinem Selbst, doch wer die Liste führt, fehlt darauf. Wer ist das?
- Was wir wahrnehmen, stamme teils vom Gegenstand und teils, vielleicht größtenteils, »aus unserem eigenen Kopf«. Wie viel einer Szene ist dann wirklich da?