Wahrheit als Weg durch Erfahrung
Wie kann eine Idee die Wirklichkeit erreichen, statt bloß die Person zu beruhigen, die an ihr festhält? Die Antwort knüpft Wahrheit an einen Weg durch die Erfahrung, den andere überprüfen können, nicht an private Befriedigung.
James nimmt die Wahrheit als Behauptung darüber, was eine Idee in der Erfahrung leisten kann, nicht als Etikett, das man jeder tröstlichen Überzeugung anheftet. Eine Idee verdient den Namen, indem sie den, der sie hat, über nachprüfbare Schritte zu der Wirklichkeit trägt, die sie betrifft – auf einem Weg, den andere ebenfalls gehen und prüfen können. Dieser Maßstab trägt die fünfzehn Aufsätze des Bandes: neun liegen vor den Vorlesungen von 1907, sechs antworten Kritikern wie G. E. Moore und Bertrand Russell, die den Pragmatismus als Erlaubnis lasen, zu glauben, was ihnen passte. Brauchbarkeit heißt Durchgang, nicht Trost.
- Wahrheit
- Pragmatismus
- Erfahrung
- Verifikation
- Realität
- Wissen
- Kognition
- Bedeutung
- Erkenntnistheorie
Ins Gespräch kommen
- Eine Freundin hält an einer tröstlichen, nie geprüften Überzeugung fest. Woran erkennt man nach Ihrem Maßstab, ob sie zu etwas Wirklichem führt und nicht bloß beruhigt?
- Wir sagen, wir wüssten, dass es in Indien Tiger gibt, obwohl keiner im Raum ist. Worin besteht dieses Wissen Ihrer Darstellung nach?
- Wenn Wahrheit an das gebunden ist, was Erfahrung zeigen kann, wie können Sie dann sagen, Julius Caesar habe wirklich gelebt, obwohl ihm heute niemand begegnen kann?
- Kritiker sagen, Ihre Ansicht mache »Andere Menschen existieren« immer dann wahr, wenn der Glaube nützlich ist, selbst wenn niemand existiert. Was in Ihrer Darstellung schließt das aus?
- Keine ewige Wahrheit verbiete willkürliches Denken, sagen Sie. Ist dann allein die Erfahrung, die von allen Seiten auf uns drückt, unser Schutz davor, zu glauben, was uns gefällt?