Vernunft über Zorn und Begierde
Wer soll im Inneren eines Menschen das Sagen haben? Das Buch antwortet mit einer Karte der Seele, von den Philosophen entlehnt und in den Dienst eines gläubigen Lebens gestellt.
Die Seele hat in diesem Buch drei Kräfte: Vernunft, Zorn und Begierde. Zorn und Begierde lassen sich nicht beseitigen und sollen es auch nicht, denn sie dienen dem Leben; die Frage ist, wer herrscht. Regiert die Vernunft die beiden anderen, folgen vier Tugenden: Weisheit in der Vernunft, Tapferkeit im maßvollen Zorn, Mäßigung in der Begierde und Gerechtigkeit in der rechten Ordnung aller drei. Jede Tugend ist eine Mitte zwischen zwei Fehlern, Tapferkeit zwischen Tollkühnheit und Feigheit, Freigebigkeit zwischen Verschwendung und Geiz, und die Mitte findet die Vernunft, keine Faustregel.
- Tugendethik
- Tugend
- Moralpsychologie
- Verlangen
- Vernunft
- Seele
- Zorn
- Begehren
- Besonnenheit
- Mut
- Gerechtigkeit
- Mäßigung
- Intellekt
Ins Gespräch kommen
- Jemand schwankt bei der Arbeit zwischen stummer Duldsamkeit und plötzlichen Ausbrüchen. Wo auf Ihrer Karte der Seele hat das Problem begonnen?
- Tapferkeit liegt zwischen Tollkühnheit und Feigheit, Freigebigkeit zwischen Verschwendung und Geiz. Wer entscheidet im einzelnen Fall, wo die Mitte liegt?
- Die Vernunft ist für Sie die Arznei, durch die das offenbarte Gesetz der Seele nützt wie Nahrung dem Körper. Stellt das die Vernunft nicht über die Offenbarung?
- Gerechtigkeit ist für Sie nicht eine Tugend unter vieren, sondern die rechte Ordnung von Vernunft, Zorn und Begierde. Wie sieht ein gerechter Mensch innen aus?
- Zorn und Begierde sollen, wie Sie meinen, von der Vernunft regiert, nicht ausgerissen werden. Was verlöre ein Mensch, dessen Zorn ganz verschwunden wäre?