Hat die Welt begonnen?
Kann die Welt ohne Anfang sein? Das erste Argument des Buches setzt alles auf die Frage, ob eine Wahl einen Grund braucht, um so und nicht anders zu fallen.
Die Philosophen argumentierten, ein ewiger Gott mit unveränderlichem Willen könne die Welt nicht in einem Augenblick statt in einem anderen geschaffen haben, also sei die Welt so alt wie er. Die erste und längste Erörterung dreht das Argument um. Ein Wille, entgegnet al-Ghazālī, ist gerade das Vermögen, zwischen zwei Gleichen zu wählen, wie ein Hungriger eine von zwei gleichen Datteln nimmt. Und eine unendliche Vergangenheit ist selbst widersinnig: Saturn kreist einmal, während die Sonne dreißigmal kreist, und doch wären beide Zahlen unendlich und damit gleich.
- Weltewigkeit
- Ewigkeit
- Zeit
- Schöpfung
- Göttlicher Wille
- unendlicher Regress
- Möglichkeit
- Himmelsbewegung
Ins Gespräch kommen
- Saturn kreist einmal, während die Sonne dreißigmal kreist. Wäre die Vergangenheit unendlich, wären beide Zahlen unendlich. Was ist daran falsch?
- Die Philosophen fragen, warum Gott in diesem Augenblick schuf und nicht früher. Lässt Ihre Antwort Gottes Wahl ganz ohne Grund?
- Manche Himmel drehen sich von Osten nach Westen, andere umgekehrt, obwohl jede Richtung gleich ist. Was zeigt das Ihrer Meinung nach über einen wählenden Willen?
- Die Sonne ist seit Menschengedenken nicht sichtbar geschrumpft, also wird sie nie vergehen, argumentieren die Philosophen. Warum überzeugt Sie das nicht?
- Ein Hungriger vor zwei gleichen Datteln greift trotzdem nach einer. Warum entscheidet das für Sie, ob Gott einen Augenblick für die Schöpfung wählen konnte?