Die zehn Arten des Sagbaren
Was tun wir, wenn wir von einem Menschen sagen, er sei ein Lebewesen, er sei blass, er sei auf dem Markt? Die drei Antworten sind von verschiedener Art, und an ihrer Unterscheidung hängt, was überhaupt als Ding gilt.
Die Kategorienschrift ordnet alles, was sich von einem Subjekt sagen lässt, in zehn Arten: was es ist, wie groß, wie beschaffen, worauf bezogen, wo, wann und vier weitere. Zugrunde liegt das Einzelne, dieser Mensch oder dieses Pferd, das Aristoteles erste Substanz nennt; Art und Gattung sind Substanz nur in zweitem Sinn, und gäbe es keine Einzeldinge, könnte nichts anderes bestehen. Ein Merkmal hebt die Substanz heraus: Sie bleibt ein und dieselbe und nimmt doch Gegensätze an, erst blass, dann dunkel, erst gut, dann schlecht.
- Prädikation
- Klassifikation
- Gattung und Art
- Gattung
- Akzidenzien
- Eigenschaften
- Konträre
- Substanz
- Kategorien
- Qualitäten
- Quantität
- Relationen
- Privation
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch und sein Bild heißen beide 'Lebewesen', doch nur der Mensch ist eines. Welche Verwechslungen kann ein einziger Name verbergen?
- Sie ordnen alles Sagbare über ein Ding in zehn Arten, darunter 'auf dem Markt' und 'gestern'. Weshalb sollte unsere Redeweise verraten, was existiert?
- Dieser Mensch und dieses Pferd stehen an erster Stelle, 'Mensch' und 'Lebewesen' erst an zweiter. Weshalb könnte ohne Einzeldinge nichts anderes bestehen?
- Wer erblindet ist, sieht nicht wieder, und dem Kahlen wächst kein Haar nach. Warum ist Blindheit nicht einfach das Gegenteil des Sehens, so wie Kälte das der Wärme?
- Ein Berg kann klein und ein Hirsekorn groß heißen. Warum, sagen Sie, vergleichen 'groß' und 'klein' Dinge, statt sie zu messen?