Gedeihen durch gelebte Tugend
Nach zehn Büchern: Was lässt ein menschliches Leben gut gelingen, statt sich bloß angenehm anzufühlen, und wer kann dieses Gelingen beurteilen, ohne es auf eine Regel zu verkürzen? Die Ethik muss das Handeln leiten.
Aristoteles antwortet: Gedeihen ist eine Tätigkeit. Gut ist ein Mensch als Mensch, indem er die Vernunft in beständigen Tugenden ausübt, nicht indem er eine vorübergehende Stimmung besitzt. Tugend wächst durch wiederholtes Handeln wie ein Handwerk, während die Klugheit urteilt, was die Lage verlangt; Tapferkeit etwa meidet die Feigheit wie die Tollkühnheit. Die Übung verändert den Handelnden. Die Darstellung widersteht dem bloßen Regelbefolgen ebenso wie dem ungeformten Begehren, doch ihr Rückgriff auf das Urteil der bereits Tugendhaften könnte zirkulär sein. Zwei Bücher über die Freundschaft führen das gute Leben über die eigene Leistung hinaus, ehe die letzte Seite zur Politik übergeht.
- Tugendethik
- Ethik
- Phronesis
- Charakter
- Freundschaft
- Tugend
- Handlungsmacht
- Gerechtigkeit
- Moralpsychologie
- Selbstkontrolle
- Menschennatur
- Mäßigung
- Rationalität
- moralische Verantwortung
- Lust
- moralischer Charakter
- Glück
- Reziprozität
- Charakterentwicklung
- Fairness
- Menschliches Gedeihen
- Gewohnheit
- Emotionsregulation
- Verlangen
- politische Philosophie
- Laster
- praktisches Schlussfolgern
- Abwägung
- Besonnenheit
- Unbeherrschtheit
Ins Gespräch kommen
- Kann ein Mensch ein gelingendes Leben führen, wenn er nur aus Furcht gut handelt, bevor die Tugend zu einer gefestigten Haltung geworden ist?
- Wenn das gelingende Leben Tugend voraussetzt, macht dann die Abhängigkeit vom Glück ein gutes Leben zu etwas, das weniger aus eigener Leistung hervorgeht?
- Wie kann die Phronesis mutiges Handeln von Tollkühnheit unterscheiden, wenn beide um eines bestimmten Zwecks willen Gefahr auf sich nehmen?
- Was muss ein Mensch beim Einüben seiner Wünsche aushalten, bevor die Lust verlässlich auf tugendhaftes Handeln folgt?
- Was wird aus dem gelingenden Leben als einer Tätigkeit, die man mit anderen teilt, wenn einem Menschen Freundschaft fehlt?