Die Stadt und das gemeinsame Leben
Was macht aus Haushalten und Dörfern eine Stadt, und was soll eine Stadt sichern? Aristoteles’ Antwort entscheidet darüber, ob die politische Gemeinschaft nur dem Überleben dient oder dem guten Leben.
Aristoteles baut die Stadt aus Haushalten und Dörfern auf und gibt der politischen Gemeinschaft dann einen Zweck jenseits von Schutz und Handel: Sie ermöglicht den Menschen, gut zu leben. Gegen die Vorstellung, die Stadt sei bloß ein künstlicher Vertrag, versteht er das gemeinsame Leben als Entfaltung menschlicher Anlagen — und verteidigt zugleich Hierarchien, darunter die natürliche Sklaverei und getrennte Tugenden für Ehefrauen und für Männer. Buch II prüft Platons Versuch, private Bindungen zu tilgen. Gemeinsamer Besitz würde den Streit vervielfachen, gemeinsame Familien die Zuneigung verdünnen. Gemeinschaft braucht besondere Bindungen.
- Gemeinschaft
- soziale Organisation
- Politische Legitimität
- Governance
- politische Partizipation
- Glück
- Recht
Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Haushalt einen Menschen als Werkzeug behandelt, wie unterscheidet diese Auffassung politische Herrschaft von Zwang zum eigenen Vorteil?
- Wenn die Polis aus Haushalten entsteht, warum soll das Gemeinwohl nach dieser Auffassung Vorrang vor deren privaten Gütern haben?
- Was müsste ein Mensch aufgeben, bevor gemeinsames Eigentum Freundschaft statt Streit hervorbringen könnte?
- Wie kann Zuneigung politisch bleiben, wenn – wie die Platonkritik warnt – Frauen und Kinder vergemeinschaftet werden?