Überzeugung als Beweis
Die Frage lautet, wie öffentliche Rede ein Publikum bewegen kann, ohne die Wahrheit preiszugeben: Was muss ein Redner begründen, und was geschieht, wenn Gefühl oder Stil an die Stelle des Urteils treten? Aristoteles’ Antwort entscheidet darüber, ob die Rhetorik Entscheidungen im Gemeinwesen dient oder sie bloß manipuliert.
Aristoteles verwirft die Lehrbücher, die Redner darauf abrichteten, zu verleumden, Mitleid zu entfachen oder von der Entscheidung abzulenken. Gegen diese Überlieferung — und gegen Platons Abfertigung der Rhetorik im Gorgias — behandelt er die Überzeugung als Gegenstück zur Dialektik, mit dem Enthymem als ihrem eigentlichen Beweis. Charakter, Gefühl und Schlussfolgern wirken zusammen, während Beratungs-, Gerichts- und Festrede verschiedenen bürgerlichen Aufgaben entsprechen. Das dritte Buch gibt Regeln für Prosa, Metapher, Klarheit und Anordnung und macht den Stil dem Argument verantwortlich, statt ihn an dessen Stelle treten zu lassen.
- Rhetorik
- Ethik
- Überredung
- Emotion
- Stil
- Charakter
- Argumentation
- Gerechtigkeit
- Psychologie
- Metapher
- Tugend
- Abwägung
- dialektische Bewegung
- Enthymem
- Widerlegung
- Methodologie
- Wahrscheinlichkeit
- Nutzen
- Publikum
- Adel
- Freundschaft
- Furcht
- Scham
- Klarheit
- Forensische Rhetorik
- Moralpsychologie
- Verursachung
- Verlangen
- Enthymeme
- Lust
Ins Gespräch kommen
- Wenn eine öffentliche Entscheidung davon abhängt, was ein Publikum beisteuern kann, wie soll ein Redner beurteilen, was ungesagt bleiben sollte?
- Das Enthymem lässt Überzeugung von einem ausgelassenen Denkschritt des Publikums abhängen; warum sollte man das einen Beweis und nicht eine gelenkte Zustimmung nennen?
- Ein Redner, der seinen Charakter erst in der Rede selbst aufbaut, kann sich nicht auf seinen Ruf stützen; was verlangt diese Disziplin?
- Angenommen, Mitleid und Zorn bringen eine Menge in Bewegung: Was unterscheidet legitime Überzeugung davon, die Aufmerksamkeit von der Sache abzulenken?
- Wenn jemand weiß, dass die Fakten nicht für sich selbst sprechen werden, was kann die Rhetorik hinzufügen, ohne den Beweis zu ersetzen?