Nichts im Geist versteht sich von selbst
Lässt sich ein Gedanke unmittelbar daraufhin prüfen, ob er aus der Welt stammt oder aus einem anderen Gedanken? Siebenmal stellt Peirce eine Fassung dieser Frage, und siebenmal antwortet er mit Nein.
Der Trick des Taschenspielers und der blinde Fleck sind Beweismittel, nicht Zierrat: Die Wahrnehmung enthält bereits Schlüsse, die niemand sich vollziehen sieht. Ein Kind lernt „ich“ zu sagen, weil fremde Aussagen es des Irrtums überführen – das Selbstbewusstsein ist also erschlossen und kein Ausgangspunkt. Und da jeder Gedanke ein Zeichen ist, das ein späterer Gedanke deuten muss, lässt sich keine erste Erkenntnis finden: Der Regress läuft ohne Boden zurück, und die cartesischen Fundamente gehen mit ihm.
- Intuition
- Introspektion
- Selbstbewusstsein
- Kognition
- Wahrnehmung
- Schlussfolgerung
- unendlicher Regress
- kindliche Entwicklung
- Zeugnis
- Erkenntnistheorie
- Empfindung
- Gewissheit
Ins Gespräch kommen
- Ein Zauberer tut, als füge er zwei massive Ringe zusammen, und selbst wache Zeugen schwören, es gesehen zu haben. Was heißt das für unser Vertrauen in die Augen?
- Bei einem geschlossenen Auge verschwindet eine über die Seite geschobene Münze an einer Stelle, und doch bemerken wir kein Loch im Sehen. Wer füllt die Lücke?
- Zwischen dem lebhaftesten Traum und der Wirklichkeit liegt scheinbar ein gewaltiger Unterschied. Wenn kein Blick nach innen verrät, welche Gedanken von der Welt stammen, was dann?
- Ein zorniger Mensch urteilt Ihnen zufolge, dass etwas abscheulich sei, und mit „Ich bin zornig“ kehre schon die Vernunft zurück. Woher kennen wir dann unsere eigenen Gefühle?
- Jemand fühlt sich sicher, ein Gedanke sei unmittelbares Wissen und kein Schließen. Dieses Gefühl braucht Ihnen zufolge ein weiteres Gefühl als Bürgen. Warum widerlegt das den Anspruch?