Die Wahrscheinlichkeit gehört dem Argument
Ein Kartenspiel, ein Whistblatt oder ein Patient hat keine eigene Wahrscheinlichkeit; die Zahl misst den Anteil der Fälle, in denen Schlüsse einer gegebenen Form die Wahrheit mit sich führen.
So gefasst sagt es überhaupt nichts, von der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu sprechen, ohne die Bedingung zu nennen, unter der es eintreten soll – so verbreitet diese Redeweise auch sein mag. Ein Freund zählte hundertfünfundsechzig Whistblätter aus, und das Ergebnis sprach gegen die Rechnung: Wirkliche Kartenspiele tragen Spuren der letzten Austeilung, die keine Formel vorgesehen hatte. Und weil ein Verhältnis sich erst über Tausende von Versuchen einpendelt, hat der einzelne Fall für sich genommen gar keine Wahrscheinlichkeit.
- Wahrscheinlichkeit
- Statistik
- Zufall
- Durchschnittswerte
- bedingte Wahrscheinlichkeit
- Multiplikationsregel
- Unabhängigkeit
- Glücksspiel
- Messung
- Schlussfolgerung
- Mathematisches Schließen
Ins Gespräch kommen
- Ein Mann zieht eine Karte aus einem fast ganz roten Kartenspiel: Rot ist Himmel, Schwarz Hölle. Wenn Wahrscheinlichkeit lange Reihen meint, warum ist diese Wahl vernünftig?
- Ein Freund zählte die Pik-Karten in 165 ausgeteilten Blättern und fand 94 mit drei oder vier Piks, wo die Rechnung 85 verhieß. Woran lag der Fehler der Rechnung?
- Einem Patienten wird gesagt, eine Operation habe neunzig Prozent Erfolgsquote. Was hat er nach Ihrer Darstellung damit tatsächlich erfahren?
- Wenn jede Wahrscheinlichkeitsaussage ihre Bedingung nennen muss, sagt das meiste, was Menschen über Zufall sagen, nichts. Was übersteht diesen Rückschnitt?