Was spricht für den Determinismus?
Der Glaube, jedes Ereignis sei durch Gesetz genau festgelegt, stand höher im Kurs als je zuvor. Peirce fragt ihn nach dem Beleg – und weder Beobachtung noch methodisches Postulat liefern einen.
Die Antwort, der Determinismus sei eine Voraussetzung wissenschaftlichen Schließens, ist die eines Mannes, der sich Geld leihen will und auf die Frage nach einer Sicherheit erwidert, er postuliere das Darlehen. Der Messung ergeht es nicht besser, denn keine Beobachtung hat je exakte Übereinstimmung mit einer Formel gezeigt, und ein wahrscheinlicher Schluss kann nicht dartun, dass irgendwo etwas ausnahmslos gilt. Zugleich bleiben Wachstum, zunehmende Vielfalt und Bewusstsein unerklärt. An die Stelle des exakten Gesetzes setzt Peirce den absoluten Zufall: winzige Abweichungen von jedem Gesetz, aus denen die Regelmäßigkeiten als Gewohnheiten herangewachsen sind.
- Nezessitarismus
- Determinismus
- Indeterminismus
- Zufall
- Spontaneität
- Verursachung
- Naturgesetze
- Freier Wille
- Fallibilismus
- Messung
- Beobachtung
- Wissenschaftliche Methode
- Emergenz
- Bewusstsein
Ins Gespräch kommen
- Der antike Atomist Epikur musste die Atome durch spontanen Zufall von ihrer Bahn abweichen lassen. Warum rettete das die Theorie, statt sie zu zerstören?
- Die mechanische Weltsicht führt das Bewusstsein Ihnen zufolge unter „Sonstiges“ als vergessene Kleinigkeit. Warum ist Gefühl für ein Universum, das ganz nach exakten Gesetzen läuft, so unbequem?
- Wer etwas Sinnloses erlitten hat, hört, es sei von Anfang an festgelegt gewesen. Was bietet ihm eine Welt mit echtem Zufall stattdessen?
- Woran ließe sich eine Welt mit winzigen spontanen Abweichungen von einer unterscheiden, die streng gesetzlich ist und nur unvollkommen gemessen wird?