Wenn das Ehrenhafte und das Nützliche auseinandergehen
Wenn der Vorteil Täuschung, Wortbruch oder Unrecht zu verlangen scheint, was schuldet ein Mensch dann den anderen – und kann Gewinn überhaupt noch gut heißen? Im Brief von 44 vor Christus macht Cicero die Antwort für Händler, Machthaber und Bürger folgenreich: Wahrer Nutzen kann dem Ehrenhaften nicht widerstreiten.
Die geläufige Ausrede, Not setze die Moral außer Kraft, weist Cicero zurück: Echter Vorteil bleibt ans Ehrenhafte gebunden, und eine einträgliche Tat, die täuscht oder schädigt, ist als nützlich falsch bestimmt. Mit Panaitios prüft er das dort, wo die Regel teuer wird – beim Getreidehändler, der von der nahen Hilfsflotte weiß, und beim Verkäufer, der den Mangel des Hauses verschweigt. Derselbe Maßstab gilt für Machthaber und Freunde. Nach Caesars Ermordung für Marcus geschrieben, macht das Buch Redlichkeit zur öffentlichen Pflicht. Der Gewinn behält nicht das letzte Wort.
- Ethik
- Integrität
- Tugend
- Gerechtigkeit
- Pflicht
- Moralität
- Zweckmäßigkeit
- Charakter
- Führung
- Ansehen
- Macht
- Weisheit
- Fairness
- Gemeinschaft
- Freundschaft
- Mäßigung
- Großzügigkeit
- Natur
- Vernunft
- Menschennatur
- Menschheit
- Täuschung
- Mut
- Würde
- Ehrgeiz
- Versprechungen
- guter Glaube
- Politische Ethik
- Reichtum
- Wohltätigkeit
Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Händler weiß, dass Hilfsgetreide bald eintrifft: Was muss er der Darstellung zufolge offenlegen?
- Ein gewinnbringendes Geschäft kann unschuldig wirken; warum muss die Darstellung das Verschweigen eines bekannten Mangels als Ungerechtigkeit werten?
- Angenommen, ein redlicher Weg führt ins Verderben: Wie ließe sich zeigen, dass sein Vorteil nicht verschwunden ist?
- Was muss eine Führungsperson ablehnen, wenn die Macht Täuschung profitabel macht, das Vertrauen der Öffentlichkeit aber brüchig ist?
- Wie kann ein Mensch echten Vorteil von dem Gewinn unterscheiden, der bloß dem Ehrgeiz schmeichelt?