Gerechtigkeit und die gemischte Verfassung
Was macht eine politische Gemeinschaft zu mehr als einer bloßen Menge, und wie kann Macht Macht in Schranken weisen? Die Antwort entscheidet darüber, ob eine Republik ein gemeinsames Leben schützt oder lediglich die Interessen der stärkeren Partei sichert.
In dem Gespräch, das 129 v. Chr. spielt, antwortet Cicero auf Platons entworfenen Staat mit Roms gewachsener Verfassung: Die Herrschaft des Einen, der Wenigen und der Vielen muss einander in Schranken halten. Ihre Geltung ruht auf der Gerechtigkeit, nicht auf Sieg oder Besitz. Ein Sprecher behauptet, die Gerechtigkeit diene dem Stärkeren; die Erwiderung bestreitet, dass ein ungerechtes Gemeinwesen überhaupt als Staat zählt. Die politische Ordnung muss in der Praxis ausgebessert werden, Generation um Generation.
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Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Bürger von einer ungerechten Ordnung profitiert, was verlangt Ihre Auffassung von dieser Person?
- Ein erfolgreicher Staat kann Gehorsam erzwingen; warum sollte man bestreiten, dass dieser Erfolg allein seine Gerechtigkeit beweist?
- Wie kann eine gemischte Verfassung die Macht begrenzen, ohne den politischen Konflikt in Handlungsunfähigkeit münden zu lassen?
- Was muss ein ehrgeiziger Bürger hinnehmen, wenn die öffentliche Freiheit davon abhängt, den vollständigen Sieg jeder Fraktion zu verhindern?
- Angenommen, eine Gemeinschaft schützt das Eigentum, gibt die Gerechtigkeit aber auf: Was bleibt, in Ihrer Terminologie, von ihrem politischen Leben?