Leiden hat Bedingungen
Geschähe Leiden einfach, ließe sich nichts dagegen tun. Die Sprüche über die Verursachung fragen, wovon es abhängt, Glied um Glied, und was folgt, wenn ein Glied nachgibt.
Bedingt durch Unwissen entstehen Gestaltungen, durch Gestaltungen Bewusstsein, und so fort über Name und Form, die Sinne, Berührung, Gefühl, Durst und Ergreifen bis zu Geburt, Alter und Tod. Mit dem Aufhören des Unwissens hört alles auf. Auf das Gerippe gebracht lautet das Gesetz: Ist dies, wird jenes, ist dies nicht, wird jenes nicht. Es gilt als Mitte zwischen „alles ist“ und „nichts ist“, und es macht die Frage „wer fühlt?“ unpassend: Passend ist die Frage, wodurch das Gefühl bedingt ist.
- Entstehen in Abhängigkeit
- Unwissenheit
- Begierde
- Erlöschen
- Leiden
- Reinkarnation
- Karma
- Gefühl
Ins Gespräch kommen
- Jemand fühlt sich in einem Muster gefangen, das keinen Anfang zu haben scheint. Wo in Ihrer Kette der Bedingungen könnte er sie durchbrechen?
- Gefragt, wer denn fühle, nennen Sie die Frage unpassend und fragen stattdessen, wovon das Gefühl abhängt. Bleibt so ein Leiden ohne jemanden, der leidet?
- Sie stellen Ihre Lehre von den Ursachen in die Mitte, zwischen „alles ist“ und „nichts ist“. Was misslingt an jedem der beiden Enden?
- Ihr Gesetz der Ursachen passt in eine Zeile: Wenn dies ist, entsteht jenes, und wenn dies aufhört, hört jenes auf. Warum zeigt das, dass Leiden enden kann?
- Ihre Kette endet mit Alter und Tod, und deren Bedingung ist die Geburt. Warum gilt der Blick dem Geborenwerden und nicht dem Sterben?