Die verborgene Quelle des Profits
Eine einzelne Ware sieht zu ihrem Preis wie ein ehrlicher Tausch aus — woher kommt dann der Profit, ohne dass jemand betrogen wird? Dem Wert bis zu seiner Wurzel zu folgen wird zur Anklage des ganzen Systems.
Vom Allergewöhnlichsten des Wirtschaftslebens ausgehend, dringt Marx auf die Unterscheidung, an der frühere Ökonomen vorbeiglitten: Der Arbeiter verkauft nicht seine Arbeit, sondern seine Arbeitskraft, und der Unternehmer bezahlt dieses Vermögen, behält aber den zusätzlichen Wert, den der Arbeitstag darüber hinaus abwirft. Dieser unbezahlte Mehrwert, verborgen, weil der Lohn wie ein gerechter Preis aussieht, ist der Ort, an dem der Profit entsteht. Auf dieser Wende baut Marx seine Darstellung der Ausbeutung, der Fabrik und des blutigen Kampfes um die Länge des Arbeitstags auf.
- Ware
- Wert
- Werttheorie
- Arbeit
- Arbeitsmacht
- Mehrwert
- Ausbeutung
- Profit
- Löhne
- Produktion
Ins Gespräch kommen
- Ein Lohn sieht aus wie der gerechte Preis eines Tagewerks — wo also verbirgt sich in diesem ehrlichen Handel der unbezahlte Mehrwert?
- Ein Arbeiter gibt acht Stunden und wird scheinbar für alle bezahlt — sagt Ihre Analyse, dass einige dieser Stunden nie bezahlt wurden?
- Wenn der Profit aus unbezahlter Arbeit stammt, wie erklären Sie den Profit in Branchen mit fast keinen Arbeitern — Maschinen, Boden, reiner Spekulation?
- Sieht man im Lohn erst die Verhüllung unbezahlter Arbeit — welchen Glauben an den Markt als gerechten Tausch unter Gleichen muss ein Mensch aufgeben?
- Frühere Ökonomen glitten an der Kluft zwischen Arbeit und Arbeitskraft vorbei — was verwischte das, und warum hängt alles daran?