Der Lohnhandel entzaubert
Warum ist der Tausch zwischen Arbeiter und Unternehmer, der wie ein freier und gerechter Handel aussieht, in Wahrheit gerade die Form der Abhängigkeit des Arbeiters? Was der Lohn wirklich kauft, ist die Frage.
Marx erklärt einem Arbeiterverein, die Arbeit sei eine Ware, nahe den Kosten verkauft, den Arbeiter am Leben und arbeitsfähig zu halten, während der darüber hinaus erzeugte Wert dem Kapital zufällt — so bewegen sich Lohn und Profit gegeneinander, und die Freiheit, die eigene Arbeit zu verkaufen, ist selbst eine Knechtschaft. In seiner revolutionären Zeitung als Fortsetzung gedruckt, bis Preußen sie 1849 schloss, brach das Argument unvollendet ab. Engels gab es 1891 neu heraus und ersetzte durchgehend „Arbeit“ durch „Arbeitskraft“ — die Unterscheidung, um die sich das Kapital später drehen sollte.
- Löhne
- Lohnarbeitsverhältnis
- Kapital
- Arbeit
- Arbeitsmacht
- Profit
- Wettbewerb
- Tauschwert
- Mehrwert
- Klassenkampf
- Produktion
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch unterschreibt frei einen Arbeitsvertrag und nennt ihn ein faires Geschäft — warum ist nach deiner Darstellung gerade diese Freiheit die Gestalt seiner Abhängigkeit?
- Der Lohn eines Menschen steigt, und der Profit seines Arbeitgebers steigt ebenfalls — gilt deine These, dass beide sich gegeneinander bewegen, für ihn noch?
- Wenn die Löhne sich nahe den Lebenskosten einpendeln — wie passt das zu Arbeitern, deren Lohn weit über das Existenzminimum stieg?
- Sieht man im Lohn eine Knechtschaft statt eines gerechten Tauschs — welches alltägliche Gefühl, ehrlich sein Brot zu verdienen, muss ein Arbeiter aufgeben?
- Was hat Engels’ Änderung von „Arbeit“ zu „Arbeitskraft“ in deinem Argument behoben — was verkauft der Arbeiter tatsächlich, wenn nicht seine Arbeit?