Die Geschichte macht nichts; die Menschen tun es
Wird die Geschichte vom aufgeklärten Geist und vom kritischen Selbstbewusstsein getrieben, während die gedankenlose Masse hinterherzieht — oder geschieht nichts außer durch wirkliche Menschen, die materielle Interessen verfolgen? Der Streit entscheidet, ob die Ideen oder das Leben zuerst kommen.
Marx und Engels begraben Bruno Bauers kritische Kritik unter dreihundert Seiten Spott und Argument. Gegen die Lehre der Bauers, die Geschichte sei das Werk des Geistes, während die begriffsstutzige Masse bloß hinterherhinke, beharren sie darauf: Die Geschichte an sich tut nichts und besitzt nichts — nur lebendige Menschen, von materieller Not getrieben, handeln je. Geschrieben, als Marx sich noch auf Feuerbach stützte, fängt der Text ihn mitten im Schritt vom Idealismus zum Materialismus ein, den er binnen eines Jahres voll formulieren sollte; und er eröffnete die Partnerschaft, die bis zu Marx’ Tod hielt.
- Kritische Prüfung
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Ins Gespräch kommen
- Einem Menschen wird gesagt, die Kräfte der Geschichte bewegten sich von selbst — der Fortschritt, der Markt, die Zeit selbst. Nennt Ihr Buch das eine Ausrede?
- Jemand wartet darauf, dass die aufgeklärte Meinung die Gesellschaft richtet, und geht derweil eigenen Geschäften nach — wo verortet Ihr Angriff auf die kritische Kritik ihn?
- Wenn die Geschichte an sich nichts tut und nur wirkliche Menschen handeln — wie erklären Sie Ergebnisse, die niemand wollte und alle bekämpften?
- Streicht man ‚Geschichte‘ und ‚Geist‘ als Handelnde, bleibt kein großer Urheber hinter den Ereignissen — welchen Trost verliert ein Mensch, wenn er annimmt, dass nur Menschen handeln?
- Ihr ‚materielle Interessen bewegen die Menschen‘ und Bauers ‚kritische Ideen bewegen die Geschichte‘ benennen beide einen Beweger — warum ist Ihrer keine bloße Abstraktion?