Die Kette über drei Leben
Zwölf Bedingungen führen vom Unwissen über das Begehren zu Geburt, Alter und Tod. Ob diese Kette einen Augenblick oder viele Leben beschreibt und wo sie sich brechen lässt, will der längste Abschnitt des Buches beantworten.
Der Kommentar liest die Kette als Lauf über drei Leben: Vergangenes Unwissen und vergangene Gestaltungen bringen Bewusstsein und Körper dieses Lebens hervor, das Begehren, Anhaften und Werden dieses Lebens eine künftige Geburt und ihren Tod. Er findet in den zwölf Gliedern drei Gelenke und vier Gruppen und weigert sich, das Unwissen als erste Ursache zu behandeln, denn auch das Unwissen hat Bedingungen. Der Buddha lehrte die Kette vorwärts, rückwärts und von der Mitte aus, so die Erklärung, wie Männer, die eine Ranke sammeln, an ihrer Wurzel, ihrer Spitze oder ihrer Mitte beginnen.
- Entstehen in Abhängigkeit
- Unwissenheit
- Karma
- Reinkarnation
- Verursachung
- Begierde
- Leiden
- Gefühl
- Bewusstsein
Ins Gespräch kommen
- Wer eine Ranke sammelt, beginnt an der Wurzel, an der Spitze oder in der Mitte, nach beiden Seiten. Warum die Kette der Ursachen in allen vier Richtungen lehren?
- Das Unwissen hat selbst Bedingungen, betonen Sie, und ist darum keine erste Ursache. Weshalb beginnt die Kette der Ursachen dann überhaupt mit ihm?
- Vergangene Ursachen haben dieses Leben hervorgebracht, und das Begehren dieses Lebens formt Ihrer Deutung nach schon das nächste. Wo in einem gewöhnlichen Tag entsteht das nächste Leben?
- Das Begehren endet, wo es entstand, bei den Anblicken und Klängen, von denen es lebte, wie ein am Tatort gefasster Räuber. Warum muss es dort enden?
- Jemand in tiefer Trauer verfolgt sie rückwärts, vom Verlust zum Begehren zum Unwissen. Was gibt es ihm, die Kette vom Ende her zu lesen?