Eine Regierung, gemessen an den Menschen, die sie formt
Wäre die Herrschaft eines vollkommen weisen und wohlwollenden Despoten die beste Regierung, wenn es ihn gäbe? Mills Antwort legt fest, was er von jeder Einrichtung in diesem Buch verlangt.
Mill prüft eine Regierung an zwei Dingen: wie gut sie die Fähigkeiten nutzt, die ihr Volk schon hat, und wie weit sie es verbessert. An der zweiten Probe scheitert auch der gute Despot, denn Untertanen, die verwaltet werden, haben nichts zu bedenken und versinken in Passivität. Mitwirken dagegen bildet. Der Athener, der in Volksversammlung und Volksgericht saß, stand höher als jede moderne Menge, und Ähnliches erhofft sich Mill vom Dienst als Geschworener und von Gemeindeämtern. Eine Grenze zieht er: Die Repräsentativregierung taugt nur für ein Volk, das sie annehmen will und leisten kann, was sie verlangt.
- repräsentative Regierung
- Despotismus
- politische Partizipation
- staatsbürgerliche Bildung
- Selbstregierung
- politische Fortentwicklung
- sozialer Fortschritt
- Erziehung
Ins Gespräch kommen
- Seit langem heißt es, ein guter Despot wäre die beste aller Regierungen. Was würde nach einer Generation aus dem Geist seiner Untertanen?
- Ein Bürger, der als Geschworener dient, muss Interessen abwägen, die nicht seine eigenen sind. Warum zählen Sie diesen Dienst zu den besten Schulen eines Landes?
- Sie unterscheiden tätige Charaktere, die gegen Übel ankämpfen, von duldenden, die sie ertragen. Weshalb hängt der Wert einer Regierung davon ab, welchen Typ sie hervorbringt?
- Gewöhnliche Athener saßen in Volksversammlung und Volksgericht, und das hob sie für Sie über jede andere Menge. Was hat die Politik sie gelehrt?
- Das Parlament sieht, wie Sie bemerken, kaum je eine Frage mit den Augen eines Arbeiters. Was folgt daraus für die Interessen all derer, die keine Stimme haben?