Erzeugung hat Gesetze, Verteilung ist gestaltbar
Steht ebenso fest, wie der Reichtum verteilt wird, wie die Art, in der er erzeugt wird? Mill verneint das, und auf dieser Antwort ruht jeder Reformvorschlag des Buches.
Die Gesetze der Erzeugung, schreibt Mill, haben den Charakter physikalischer Wahrheiten, die Verteilung dagegen ist eine menschliche Einrichtung: Sind die Dinge einmal da, kann die Gesellschaft sie zur Verfügung stellen, wem sie will. Die Anteile, fügt er hinzu, hat weit öfter das Herkommen bestimmt als der Wettbewerb. Das Privateigentum ist somit eine Ordnung unter anderen und an ihren Ergebnissen zu messen. Stünde nur die Wahl zwischen dem Kommunismus und dem jetzigen Zustand mit all seinen Ungerechtigkeiten, so wögen die Schwierigkeiten des Kommunismus wie Staub auf der Waage. Das Erbe will er begrenzen, und das Bauerneigentum lobt er mit dem Reisenden Arthur Young: Die Magie des Eigentums verwandelt Sand in Gold.
- Produktion
- Eigentumsverhältnis
- Eigentumsrechte
- Landbesitz
- bäuerliches Eigentum
- Landbesitzverhältnisse
- Landwirtschaft
- Rente
- Politische Ökonomie
- Arbeitsteilung
- Produktivität
Ins Gespräch kommen
- Die Gesetze der Erzeugung gleichen, schreiben Sie, physikalischen Wahrheiten, die Verteilung aber ist Menschenwerk. Was wird durch diese Unterscheidung veränderbar?
- Ein irischer Kleinpächter zahlt die Pacht, die der Wettbewerb erzwingt, und gewinnt nichts, wenn er mehr arbeitet. Was wollten Sie an seiner Lage ändern?
- Sie zitieren den Reisenden Arthur Young: Die Magie des Eigentums verwandelt Sand in Gold. Warum verändert der Besitz eines kleinen Stücks Land, wie ein Bauer arbeitet?
- Verteilt eine Gesellschaft ihren Reichtum anders, wird womöglich auch anders gearbeitet. Wie frei ist die Verteilung wirklich, wenn sie auf die Erzeugung zurückwirkt?
- Verglichen mit der Lage der meisten Arbeiter wären die Zwänge des Kommunismus nach Ihrem eigenen Urteil Freiheit. Warum haben Sie sich trotzdem nicht für ihn entschieden?