Warum es die Nationalökonomie überhaupt gibt
Gearbeitet und gegessen haben Menschen immer, die Nationalökonomie aber ist kaum zweihundert Jahre alt. Luxemburg fragt, was mit dem Wirtschaftsleben geschehen ist, dass es erklärt werden muss.
Die Definitionen der Professoren besagen nach Luxemburg nur, dass eine Wirtschaft die Bedürfnisse eines Volkes befriedigt. Ihre eigene Antwort beginnt bei Fällen, in denen nichts zu erklären ist: einem Bauernhof oder den Höfen Karls des Großen, wo eine schriftliche Ordnung festlegte, was angebaut wurde und wer es erhielt. Ein Rätsel entsteht erst, wenn private Produzenten für einen Markt arbeiten, den niemand leitet. Dann kommen Preise, Arbeitslosigkeit und Krisen, die keiner gewollt hat. Sie lässt ein Dorf über Nacht sein Gemeineigentum verlieren und folgt Schuster und Bäcker, wie sie den Tausch entdecken und mit ihm das Geld. Die Nationalökonomie ist die Lehre von dieser einen planlosen Ordnung und endet mit ihr.
- Politische Ökonomie
- Kapitalismus
- Warenproduktion
- Austausch
- Warentausch
- Geld
- Arbeitsteilung
- Internationaler Handel
- Produktion
Ins Gespräch kommen
- Auf den Höfen Karls des Großen sah jeder, wer was für wen herstellte, es gab nichts zu erklären. Was macht die heutige Wirtschaft zum Rätsel?
- Wenn die Nationalökonomie nur den Kapitalismus erklärt, wie Sie behaupten, endet sie mit ihm. Bliebe einer planmäßigen Gesellschaft wirklich nichts mehr zu erforschen?
- Vor den Münzen diente Ihnen zufolge das Vieh als Geld, ein Portemonnaie so groß wie ein Stall. Warum brauchte der Tausch eine Ware, die jeder annimmt?
- Um Professoren zu widerlegen, die von einer Volkswirtschaft sprachen, zählen Sie auf, was Deutschland aus allen Weltgegenden bezieht. Was wollten diese nicht sehen?